HOME

MEDIEN: Kirch verhandelt weiter über Springer-Paket

ährend sich der Axel Springer Verlag gegen einen Einstieg des Konkurrenten WAZ wehrt, geht der Rechtsstreit zwischen Hauptaktionärin Friede Springer und Erbe Axel Sven Springer in die nächste Runde.

Während sich der Axel Springer Verlag gegen einen Einstieg des Konkurrenten WAZ wehrt, geht der Rechtsstreit zwischen Hauptaktionärin Friede Springer und Erbe Axel Sven Springer in die nächste Runde.

Der Medienunternehmer Leo Kirch setzt seine Verhandlungen über den Verkauf seines Anteils am Springer-Verlag trotz einer gerichtlichen Blockade fort. Kirch verhandele weiter mit dem WAZ-Konzern und dem Schweizer Ringier Verlag über sein 40- prozentiges Paket, hieß es am Mittwoch in Kirch-Kreisen. Gegen die vom Springer-Verlag erwirkte einstweilige Verfügung werde Kirch wie bereits am Dienstag angekündigt juristisch vorgehen. Beim Landgericht München ging nach Angaben eines Sprechers bis Mittwochvormittag aber noch kein Widerspruch Kirchs gegen die einstweilige Verfügung von Springer ein.

Neue Runde im Streit zwischen Friede Springer und den Erben

Während sich der Axel Springer Verlag gegen einen Einstieg des Konkurrenten WAZ wehrt, geht der Rechtsstreit zwischen Hauptaktionärin Friede Springer und Erbe Axel Sven Springer in die nächste Runde.

Der Enkel habe 17 Jahre nach dem Tod des Verlagsgründers die Erbvereinbarung aus dem Jahr 1985 vor Gericht angefochten, teilte Friede Springers Büro am Mittwoch auf Anfrage mit und bestätigte damit einen Vorabbericht des Magazins »Stern«. Da die Beteiligung seiner Enkel Axel Sven und Ariane am Verlag »für eine Vielzahl von rechtlichen Angelegenheiten« von Bedeutung sei, habe Friede Springer im Gegenzug eine Feststellungsklage eingereicht. Ziel sei es, eine Klarstellung herbeizuführen. Eine Sprecherin des Landgerichts Berlin sagte nur: »Es gibt eine erbrechtliche Auseinandersetzung zwischen beiden Parteien.« Details wollte sie zunächst nicht nennen.

Anfechtungsklage

Axel Sven Springer und seine Schwester Ariane halten jeweils fünf Prozent an der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik. Die restlichen 90 Prozent liegen bei Friede Springer, der Witwe und fünften Ehefrau des Verlagsgründers. Die Gesellschaft für Publizistik wiederum verfügt über 50 Prozent plus zehn Aktien am Verlag, der im deutschen Tageszeitungsgeschäft Marktführer ist und unter anderem »Die Welt« und »Bild« verlegt.

Die Erben und Friede Springer befinden sich bereits seit Monaten im Rechtsstreit. Ariane und Axel Sven Springer hatten vor Gericht vorerst ohne Erfolg auf Auskunfts- und Einsichtsrechte gegenüber dem Vorstand geklagt, weil sie sich nicht ausreichend vom Management informiert fühlen.

Der Erklärung Friede Springers zufolge hatte Axel Springer kurz vor seinem Tod am 22. September 1985 noch erklärt, die zunächst vorgesehenen und testamentarisch festgehaltenen Erbquoten ändern zu wollen. »Diese Absicht ist nicht mehr durch die Errichtung neuer formgültiger letztwilliger Verfügungen verwirklicht worden«, hieß es in der Mitteilung. Dessen ungeachtet hätten sich die Witwe und die Kinder an den letzten Willen des Verlegers gehalten. Deshalb habe Axel Sven Springer Ende Oktober 1998 von seinem ursprünglich vorgesehenen Erbe einen Anteil in Höhe von zehn Prozent des gesamten Nachlasses an Friede Springer und einen weiteren Anteil an seine Schwester abgetreten. Seine Anfechtungsklage richte sich nun gegen diese Vereinbarung, hieß es. Axel Sven Springer war in seinem Hamburger Büro nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.