Medien Musikmesse Popkomm geht nach Berlin


Die bisher in Köln beheimatete Musikmesse Popkomm wird ab 2004 in Berlin stattfinden. Damit wird Berlin als umsatzstärkster Standort der deutschen Musikbranche weiter gestärkt.

Die nach Veranstalterangaben größte europäische Fachmesse für Popmusik und Entertainment wird ab 2004 in Zusammenarbeit mit der Berliner Messe GmbH in Berlin ausgerichtet, teilte die Viva Media AG am Donnerstag in Köln mit. "Die Popkomm muss da sein, wo die Musikindustrie sie haben will", sagte Viva-Chef Dieter Gorny. Branchenriesen wie Universal Music hatten sich für einen Umzug nach Berlin stark gemacht.

Viva wird nicht umziehen

Darüber hinaus will sich der Musiksender Viva stärker in Berlin engagieren. Das Unternehmen will mehr TV-Programme aus der Hauptstadt senden, sagte Gorny. Zudem sollten gemeinsam mit der Messe Berlin Jugendveranstaltungen durchgeführt werden. Laut Gorny reagiert Viva damit auf die zunehmende Bedeutung Berlins als Standort der deutschen Musikbranche.

Die Branchenriesen zogen voraus

Seit dem Umzug der Branchenriesen Universal Music und Sony Music nach Berlin entfallen nach Angaben der Messe mehr als 60 Prozent der Umsätze der deutschen Musikbranche auf die Hauptstadt. Seit 1998 stieg die Zahl der Musikunternehmen in der Stadt um fast 20 Prozent. Mehrere große Unternehmen, darunter Universal, hatten das kreative Umfeld der Stadt als einen der Gründe für den Umzug genannt. Zudem sucht die schwächelnde Musikbranche nach Angaben aus Branchenkreisen zunehmend die Nähe zur Politik.

MTV geht 2004 in die Hauptstadt

Und der Konzentrationsprozess geht weiter: Der Musiksender und Viva-Konkurrent MTV will seinen Deutschlandsitz im kommenden Jahr nach Berlin verlegen. Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft kommt im Oktober von Hamburg nach Berlin. "Wenn eine Menge in Berlin passiert, kann ich das nicht ignorieren", so Gorny. Viva plant jedoch keine Verlagerung von Unternehmensteilen in die Hauptstadt. "Fernsehmachen kann man besten von Köln aus", sagte Gorny. Außerdem ist das Unternehmen an langfristige Mietverträge in Köln gebunden.

Risiken minimiert

Durch das geplante Joint Venture mit der Messe Berlin will Viva Gorny zufolge auch einen Teil der mit der Popkomm verbundenen Risiken abgeben. So wird die Messegesellschaft die Mehrheit der Stimmrechte in dem Zusammenschluss übernehmen und den Geschäftsführer stellen. "Wir sehen uns nicht als Messeveranstalter", sagte Gorny. Viva hatte vor kurzem den Popkomm-Veranstalter Musik.Komm übernommen. Gorny hatte das Branchentreffen einst gegründet.

Keine Subventionen als Umzugsgrund

Gorny widersprach zudem dem Vorwurf des Kölner Oberbürgermeisters, Fritz Schramma, die Popkomm sei mit Subventionen nach Berlin gelockt worden. Es seien keine öffentlichen Mittel geflossen, sagte Gorny. Schramma hatte in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger kritisiert, dass Berlin nur deshalb den Zuschlag bekommen habe, weil der Berliner Senat der Messegesellschaft finanzielle Unterstützung zugesagt habe. Auch die Berliner Senatsverwaltung bezeichnete den Vorwurf als "falsch".


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