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Mitarbeiter-Überwachung: Auch die Post sammelte Krankendaten

Laut einem Medienbericht hat nach Daimler, Bahn und Lidl auch die Deutsche Post Krankendaten über seine Mitarbeiter gesammelt. Die Post habe den Verstoß gegen den Datenschutz zugegeben. Die sensiblen Informationen seien genutzt worden, um Angestellte unter Druck zu setzen.

Auch die Deutsche Post hat Krankenakten über ihre Mitarbeiter geführt. Wie der "Spiegel" berichtete, wurden intime Krankheitsdetails auf den Post-Computern gespeichert. Verbunden gewesen seien die Daten häufig mit Handlungsempfehlungen, berichtete das Nachrichtenmagazin und berief sich auf vorliegende Unterlagen. So heiße es in den Akten etwa, auf die Patienten solle eingewirkt werden, in Vorruhestandsregelungen einzuwilligen oder ihr Tätigkeitsfeld im Unternehmen zu wechseln. Die Post habe eingeräumt, dass solche Akten vorübergehend geführt worden seien und das Unternehmen damit gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen habe, berichtete das Magazin weiter.

Eine Post-Sprecherin wollte sich zu den Details des Berichts nicht äußern. Sie bestätigte aber, dass im vergangenen Jahr Einzelfälle bekanntgeworden seien, in denen Krankendaten von Mitarbeitern gespeichert wurden. Das Fehlverhalten in den betreffenden zwei Briefzentren sei untersucht und die entsprechenden Daten gelöscht worden. Angaben dazu, wie viele Mitarbeiter von der Aktion betroffen waren, machte der Konzern nicht.

In den vergangenen Monaten hatten bereits etliche andere Unternehmen in Deutschland Versäumnisse und Verstöße gegen den Datenschutz eingeräumt. Schlagzeilen mit sensiblen Krankendaten machten etwa Daimler, die Drogeriekette Müller und der Lebensmittel-Discounter Lidl.

Deutsche Post will alle Nachtflüge streichen

Die Deutsche Post will alle noch verbliebenen Nachtflüge streichen. "Zum 1. Juli wird das Nachtluftpostnetz eingestellt", sagte Post-Sprecher Uwe Bensien der Zeitung "Euro am Sonntag". Eine Post-Sprecherin erklärte, künftig sollten sämtliche Transporte über die Straße abgewickelt werden. "Dies schont die Umwelt und spart Geld", sagte sie. Zu Informationen, wonach durch die Streichung aller Nachtflüge 40 bis 60 Millionen Euro eingespart werden sollten, wollte sie sich nicht äußern. Die geplante Umstellung habe "kaum einen negativen Effekt für die Kunden", erklärte die Post. Derzeit erreichten 96 Prozent aller Sendungen ihren Empfänger einen Tag nach Einlieferung. Mit der geplanten Streichung der Nachflüge könne sich diese Quote um "ein bis zwei Prozentpunkte verschlechtern". Damit liege man aber immer noch weit über der gesetzlichen Vorgabe von 80 Prozent.

Reuters/AP / AP / Reuters