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Schlanke Flasche, fetter Preis: Mogelpackung des Monats: Der Weichspüler-Trick von Henkel

Die neue Flasche des Vernel-Weichspülers hat weniger Inhalt, kostet aber mehr. Bis zu 99 Prozent mehr zahlen Kunden laut Verbraucherzentrale Hamburg, sie kürt das Produkt zur "Mogelpackung des Monats". Hersteller Henkel rechnet dagegen anders.

Die neue Version des Weichspülers "Vernel Soft & Oils" (links) hat deutlich weniger Inhalt, kostet aber mehr. Auf den Liter gerechnet zahlt der Kunde laut Verbraucherzentrale Hamburg 67 Prozent (bei Real) oder sogar 99 Prozent (Rewe) mehr. Hersteller Henkel aber rechnet anders: Wegen der "erhöhten Parfümkonzentration" wurde die Dosierempfehlung gesenkt, sodass der Inhalt für fast genauso viele Waschladungen reichen soll. Ob der Verbraucher wirklich sparsamer mit dem Weichspüler umgeht? Die Dosierkappe ist jedenfalls gleich groß geblieben.

Die neue Version des Weichspülers "Vernel Soft & Oils" (links) hat deutlich weniger Inhalt, kostet aber mehr. Auf den Liter gerechnet zahlt der Kunde laut Verbraucherzentrale Hamburg 67 Prozent (bei Real) oder sogar 99 Prozent (Rewe) mehr. Hersteller Henkel aber rechnet anders: Wegen der "erhöhten Parfümkonzentration" wurde die Dosierempfehlung gesenkt, sodass der Inhalt für fast genauso viele Waschladungen reichen soll. Ob der Verbraucher wirklich sparsamer mit dem Weichspüler umgeht? Die Dosierkappe ist jedenfalls gleich groß geblieben.

Preiserhöhungen mögen die Kunden nicht, daher sparen viele Hersteller lieber am Inhalt. Das kommt auf das selbe heraus, fällt aber einfach nicht so auf. Die Verbraucherzentrale Hamburg schaut genau hin und kürt regelmäßig die "Mogelpackung des Monats". Diesmal erhält der Weichspüler "Vernel Soft & Oils" des Herstellers Henkel den Negativpreis. Obwohl der Inhalt von 750 auf 600 Milliliter geschrumpft ist, wird die neue Packung deutlich teurer verkauft als die alte: 1,99 Euro statt 1,25 Euro (bei Rewe) bzw. 1,99 Euro statt 1,49, Euro (bei Real) zahlen die Kunden nun. Auf den Liter gerechnet sind das laut Verbraucherzentrale je nach Laden 67 Prozent (bei Real) oder sogar 99 Prozent (Rewe) mehr. 

Laut Hersteller Henkel fällt die Preiserhöhung dagegen geringer aus: Weil die Rezeptur geändert und die Parfümkonzentration erhöht wurde, müsse der Verbraucher nun weniger Weichspüler je Waschgang verwenden, sodass die Flasche immer noch für 24 Ladungen (vorher 25) reiche. Ob das in der Praxis hinkommt? Zwar wurde die offizielle Dosierempfehlung auf der Flasche gesenkt. Weil allerdings die Dosierkappe gleich groß geblieben ist, ist zumindest fraglich ob der Verbraucher wirklich weniger Weichspüler einfüllt.

Illustre Reihe von Mogelpackungen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat bereits viele namhafte Hersteller als Mogelpackung des Monats angeprangert. Der Schoko-Weihnachtsmann von Milka war ebenso darunter wie die Pasta-Sauce Miracoli, Lenor-Waschmittel oder Müsli von Dr. Oetker. Zuletzt kritisierten die Verbraucherschützer Milka-Hersteller Mondelez für die Abkehr von der 100-Gramm-Standardgröße hin zu 93-, 87- oder 81-Gramm-Tafeln sowie die Schrumpfung einiger 300-Gramm-Großpackungen auf 270 oder 280 Gramm.

Einmal im Jahr lässt die Verbraucherzentrale unter den Kandidaten über die Mogelpackung des Jahres abstimmen. 2016 "gewann" das Mineralwasser Evian den Preis "Mogelpackung des Jahres". Weitere Mogelpackungen der vergangenen Monate zeigt unsere Fotostrecke. 

++Hier finden Sie Mogelpackungen der Industrie, die bis heute in den Supermarktregalen stehen++