HOME

Mutmaßlicher Selbstmord: Finanzchef von Freddie Mac tot aufgefunden

Sein Unternehmen konnte nur durch 45 Milliarden Dollar Staatshilfe gerettet werden und steht in den USA am Pranger. Nun ist der Finanzchef der US-Hypothekenbank Freddie Mac tot in seinem Haus entdeckt worden. Nach Angaben der Polizei im US-Staat Virginia nahm sich der 41-jährige David Kellermann offenbar das Leben.

Der geschäftsführende Finanzchef der strauchelnden US-Hypothekenbank Freddie Mac ist am Mittwoch tot in seinem Haus aufgefunden worden. Nach Angaben der Polizei im US-Staat Virginia nahm sich der 41-jährige David Kellermann offenbar das Leben. Die Spurensicherung sei vor Ort, Hinweise auf ein Verbrechen seien zunächst nicht gefunden worden.

Ob es einen Abschiedsbrief gibt, war zunächst nicht bekannt. Kellermann war seit September geschäftsführender Finanzchef von Freddie Mac. Die Aktien des schwer angeschlagenen Unternehmens brachen nach Bekanntwerden der Meldungen im vorbörslichen Handel um fast zehn Prozent ein.

Der geschäftsführende Vorstandschef John Kosinken zeigte sich in einer Stellungnahme betroffen und lobte Kellermann als einen außerordentlich talentierten Mitarbeiter, der für viele ein Vorbild gewesen sei. Kellermann arbeitete insgesamt 16 Jahre bei Freddie Mac und wurde geschäftsführender Finanzchef, nachdem die Regierung im vergangenen Jahr die Kontrolle bei dem Institut übernommen hatte.

Die Hypothekenbank musste im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 50 Milliarden Dollar verbuchen und erhielt 45 Milliarden Dollar Staatshilfe.

Vorstandschef David Moffett trat im vergangenen Monat zurück. Freddie Mac und das Schwesterunternehmen Fannie Mae stehen derzeit wieder in der Kritik, da sie bis zum kommenden Jahr trotz Staatshilfe 210 Millionen Dollar Boni an Angestellte auszahlen wollen. Freddie Mac hat die Liste der Angestellten, die Boni erhalten sollen, noch nicht veröffentlicht.

AP/Reuters / AP / Reuters
Themen in diesem Artikel