HOME

Nachfolge: Ex-Minister Müller wird neuer RAG-Vorstandschef

Der Aufsichtsrat der RAG hat erwartungsgemäß den früheren Wirtschaftsminister Werner Müller zum neuen Vorstandschef des Chemie- und Bergbaukonzerns berufen.

Auf ihrer außerordentlichen Sitzung am Sonntag in Essen hatten sich die Vertreter des Kontrollgremiums auf Müller als neuem RAG-Chef geeinigt, teilte das Essener Unternehmen am Montagmorgen mit. Zudem beschloss der Aufsichtsrat, den Vorstandschef der zu RAG gehörenden Degussa AG, Utz-Hellmuth Felcht, ebenfalls zum 1. Juni 2003 in den RAG-Vorstand zu berufen. Felcht werde aber weiterhin auch Vorstandschef beim Düsseldorfer Spezialchemieunternehmen bleiben. Die Neubestellung der Vorstandsspitze war nötig geworden, weil der bisherige RAG-Chef Karl Starzacher Anfang voriger Woche überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Bestellung war keine Überraschung

Die Bestellung Müllers war Aufsichtsratskreisen zufolge schon Ende der Woche so gut wie sicher. Der Energiefachmann, der vor seinem Wechsel in die Bundesregierung Manager bei der E.ON-Vorgängerin Veba war, galt als Wunschkandidat der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat.

Einige industriefreundliche Entscheidungen

Als Wirtschaftsminister hatte sich der parteilose Müller bei der EU-Kommission in Brüssel für den Erhalt der Subventionen für den deutschen Steinkohlebergbau eingesetzt. Unter ihm kam es im Sommer 2002 allerdings auch zu der umstrittenen Ministererlaubnis für die Fusion der Energiekonzerne E.ON und Ruhrgas, in deren Folge sich RAG den Zugriff auf Degussa gesichert hatte.

Themen in diesem Artikel