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Neue Privatbahn legt los HKX startet Angriff auf die Deutsche Bahn


Der Hamburg-Köln-Express ist zwei Jahre nach dem anvisierten Termin gestartet. Auf der wichtigen Fernverkehrsstrecke Hamburg-Köln wollen die Betreiber der Deutschen Bahn Konkurrenz machen.

Der erste Zug der Privatbahn Hamburg-Köln-Express (HKX) machte sich am Morgen in Hamburg-Altona auf den Weg zum Kölner Hauptbahnhof und fuhr anschließend zurück zu seinem Startbahnhof. Auf der Rückfahrt aus Köln sei der Zug zu etwa 90 Prozent "sehr gut ausgelastet" gewesen, teilte die Sprecherin mit. Der Intercity-ähnliche Zug soll ab sofort von Montag bis Mittwoch einmal täglich verkehren, zwischen Donnerstag und Sonntag bis zu dreimal pro Tag.

Der HKX-Start war bereits für das Jahr 2010 geplant gewesen, hatte sich aber immer wieder verschoben. Im deutschen Fernverkehr hat die Deutsche Bahn bislang kaum Konkurrenz. Bislang gibt es dort nur den vom Veolia-Konzern betriebenen InterConnex, der seit etwa zehn Jahren Leipzig, Berlin und Rostock verbindet. Ab Herbst will auch der private Kölner Zugbetreiber MSM Fernzüge zwischen Köln, Hannover, Berlin und Hamburg anbieten. Im Regionalverkehr hat die Deutsche Bahn schon heute zahlreiche Mitbewerber.

Die Deutsche Bahn hatte Vorwürfe von HKX zurückgewiesen, sie habe die Verzögerungen des Betriebsstarts durch eine zu zögerliche Trassenvergabe verursacht. Derartigen Äußerungen widerspreche die Bahn "entschieden", teilte das Unternehmen vor wenigen Tagen mit.

Unterwegs mit ehemaligen "Rheingold"-Intercity-Waggons

Die Preise für die rund vierstündige HKX-Fahrt von Hamburg über Osnabrück, Münster, Gelsenkirchen sowie Essen nach Köln bewegen sich nach Angaben des Unternehmens zwischen 20 und 60 Euro, die Preise schwanken je nach Tageszeit und erwarteter Nachfrage. Auch der potenzielle künftige Mitbewerber MSM hatte angekündigt, auf ein derartiges variables Preissystem je nach Auslastung zu setzen, wie es unter anderem auch Fluggesellschaften verwenden.

Bei zeitgleicher Buchung von Hin- und Rückreise soll es bei HKX zehn Prozent Rabatt auf die Rückfahrt geben. Die Tickets, die vorab über das Internet, eine Telefon-Hotline sowie zu höheren Preisen im Zug gekauft werden können, sind dabei an eine bestimmte Verbindung und einen Sitzplatz gebunden, Umbuchungen kosten zehn Euro. Die von HKX genannten Preise liegen unter den meisten Standardtickets der Deutschen Bahn. Der HKX braucht mit rund vier Stunden ähnlich lange für die Strecke.

Zum Einsatz kommen laut Unternehmen ehemalige "Rheingold"-Intercity-Waggons der Bahn aus den 70er Jahren. Am Wochenende will das Unternehmen zusätzlich auch Wagen der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) einsetzen, einer der regionalen Eisenbahntöchter von Veolia. Mit dem Konzern kooperiert HKX eng. Veolia stellt auch die Loks und Lokführer, HKX kümmert sich ausschließlich um den Service und die Passagiere.

Hinter HKX steht als Hauptgesellschafter die US-amerikanische Railroad Development Corporation (RDC), eine auf den Eisenbahn- und Verkehrssektor spezialisierte Investmentgesellschaft. Sie ist nach eigenen Angaben unter anderem auch an Strecken in den USA, Argentinien und Guatemala beteiligt. Weitere Gesellschafter sind die locomore rail GmbH und der Investor Michael Schabas.

jat/AFP AFP

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