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Lahmes Netz, verärgerte Kunden: Das sagt der O2-Chef zum miesen Image in Deutschland

Mit massiven Netz- und Service-Problemen hat O2 viele Mobilfunk-Kunden verärgert. In einem Interview verspricht der Chef des O2-Mutterkonzerns Telefónica Besserung: Schon bald habe man "das leistungsfähigste Netz in Deutschland". Allerdings nicht überall.

Jose Maria Alvarez-Pallete, Chef des O2-Mutterkonzerns Telefónica, verspricht Besserung

Jose Maria Alvarez-Pallete, Chef des O2-Mutterkonzerns Telefónica, verspricht Besserung

Über keinen anderen Provider ärgern sich deutsche Mobilfunkkunden so oft wie über . Der Kundenservice lässt oftmals zu wünschen übrig, die Wartezeiten in der Hotline sind berüchtigt. Das O2-Netz gilt seit dem Zusammenschluss mit E-Plus als das langsamte aller Anbieter, belegt in Vergleichstests regelmäßig den letzten Platz. Mitte Mai fiel es über Stunden sogar nahezu bundesweit komplett aus. Wie geht es weiter mit O2 in Deutschland? Ist Besserung in Sicht?

Dazu hat sich nun der Chef der Konzernmutter Telefónica, Jose Maria Alvarez-Pallete, in einem Interview mit dem Handelsblatt geäußert. Darin widerspricht der Mobilfunk-Boss dem Eindruck, O2 käme in in Sachen Netzqualität nicht voran. "Statt nach dem Kauf von E-Plus so viele Basisstationen wie möglich zu schließen und die Synergien zu maximieren, haben wir das Netz zum Teil weiter verdichtet", sagt Alvarez-Pallete. Beide Netze seien auf modernste Technologie umgerüstet worden. Einen Verkauf des Deutschland-Geschäfts schließt er ausdrücklich aus.

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Umbau bei O2 Ende des Jahres abgeschlossen

Dass der Netzumbau nicht reibungslos verläuft, muss aber auch der -Chef zugeben. "Wir haben für den Umbau länger gebraucht, als wir intern dachten. Wenn wir an einer Basisstation arbeiten, merkt der Kunde das und denkt, das Netz sei schlecht", sagt Alvarez-Pallete im Handelsblatt-Interview. 

Inzwischen seien aber 80 Prozent der Arbeiten erledigt. "Und da, wo wir fertig sind, haben wir das leistungsfähigste Netz in Deutschland. Bis Ende des Jahres wollen wir alle Arbeiten abschließen, dann werden alle sehen, wie potent das Netz ist", gibt sich der O2-Boss selbstbewusst. Zumindest in den Städten und Vorstädten. Auf dem Land könne man mit der Infrastruktur der Telekom auch künftig nicht mithalten, gibt Alvarez-Pallete zu.

Dass man beim Netz-Umbau "über den Berg" sei, hatte der O2-Deutschland-Chef Markus Haas dem stern schon im September gesagt. Doch noch vor wenigen Wochen, am 15. Mai, kam es bundesweit zu massiven Störungen im Mobilfunk- und Datennetz des Anbieters. 

Auch beim viel kritisierten Kundenservice hatte Haas im stern-Interview Besserung gelobt, etwa durch die Neueinstellung von Service-Mitarbeitern. Zum Thema Service äußerte sich Haas' Chef Alvarez-Pallete im aktuellen Interview nicht. Bleibt für die Kunden nur zu hoffen, dass das Thema nicht schon wieder von der Prioritätenliste verschwunden ist. 

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bak
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