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Fachmagazin "Chip": Großer Mobilfunk-Netztest: Auch LTE rettet O2 nicht

In einem aufwendigen Test hat die Zeitschrift "Chip" die Netze der drei großen deutschen Mobilfunk-Anbieter getestet. O2 hängt trotz LTE-Ausbau noch meilenweit hinter den Konkurrenten Telekom und Vodafone - doch es gibt auch gute Nachrichten.

Telekom O2 Vodafone Netztest

Wenn kein Empfang da ist, nützt auch die Flatrate nichts

Eigentlich sind bei der Wahl des Mobilfunk-Providers nur zwei Fragen entscheidend: Wie teuer sind die Verträge für die gebotene Leistung - und wie gut ist der Empfang? Schließlich nützt auch das größte Inklusiv-Datenvolumen nichts, wenn kein Signal da ist. Doch welches Netz ist das Beste?

Die Zeitschrift "Chip" hat sich gemeinsam mit den Experten von Netcheck in einem großen Test dieser Frage angenommen und die Netze der drei großen Anbieter Telekom, Vodafone und O2 genau unter die Lupe genommen. Alle anderen Anbieter mieten ihre Netze von den drei Großen, welcher Drittanbieter welches Netz nutzt, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Klarer Sieger

Das Ergebnis: Alle Netze sind zwar besser geworden - aber längst nicht im gleichen Maße. Klarer Sieger ist die Telekom. Sie konnte sich in den drei Teilbereichen - Internet, Telefonie und Verfügbarkeit - vorne platzieren und erreicht eine Gesamtwertung von 91,3 Punkten. Dicht darauf folgt schon Vodafone mit 88 Punkten. kann trotz der Zusammenlegung mit dem E-Netz nicht mithalten: Es reicht nur für 66,7 Punkte.

Spannend ist, dass sich die Platzvergabe praktisch durch alle Messpunkte hindurchzieht: Egal ob beim Foto-Upload bei Facebook, dem durchschnittlichen Webseiten-Aufbau oder der Quote erfolgreicher Anrufe: Die Telekom ist immer vorne, Vodafone höchstens an einigen Stellen gleichauf. Dann folgt irgendwann O2. Einzige Ausnahme: Das uralte GSM-Netz ist tatsächlich bei O2 am besten: Während die anderen beiden gleichauf bei 96,62 Prozent Abdeckung liegen, kommt O2 auf 97,48 Prozent.

LTE im Schneckentempo

Immerhin kann sich O2 beim wichtigen LTE an die Konkurrenten heranpirschen. Hier kommt man auf knapp 74 Punkte, während Vodafone rund 90 und die ganze 93 Punkte schafft. Trotzdem hat O2 auch hier Nachholbedarf: Während die LTE-Abdeckung mit 83 Prozent noch recht gut war, muss O2 sich bei den Verbindungsgeschwindigkeiten und der Zuverlässigkeit klar geschlagen geben. Die langsamsten 10 Prozent der LTE-Verbindungen kommen bei der Telekom im Schnitt mit 11 Mbit/s an, bei O2 sind es gerade noch 1,9 Mbit/s. Vodafone schafft immerhin 5,5 Mbit. Highspeed geht anders.

Zum Glück handelt es sich aber nur um die Ausreißer nach unten: Im Schnitt erreichte die Telekom bei Downloads 55,3 Mbit, Vodafone kam auf 37,7 Mbit und O2 immerhin auf 20,6 Mbit. O2 hat also immer noch jede Menge Nachholbedarf. Die schnellste gemessene Verbindung im Test erreichte übrigens die Telekom - mit beeindruckenden 284,5 Mbit.

Stadt, Land, Zug

Das Mär vom deutlich besseren Empfang in Ballungsräumen kann der Test übrigens nicht belegen - zumindest nicht für Telekom und . Auf Verbindungsstraßen erreichen die beiden Anbieter mit Werten um 90 Prozent nur eine unwesentlich schlechtere Abdeckung als in den fünf größten Städten. O2 kommt dagegen nur auf 56 Prozent Abdeckung. Allerdings erreicht O2 auch in Großstädten teilweise nur um 70 Prozent, etwa in Berlin, Düsseldorf oder Stuttgart.

Im Zug kann keiner der Anbieter punkten: Mehr als 65 Prozent Abdeckung schafft keiner, O2 kommt gar nur auf 35 Prozent. Abbrechende Verbindungen und Gespräche sind da Standard. Den schwarzen Peter schiebt "Chip" aber der Bahn zu: Der Ausbau mit Repeatern ist demnach noch längst nicht abgeschlossen.

O2 merkt zu seinem Ergebnis an, dass die Messungen während der Integration des E-Netzes in das eigene Netz erfolgten. Ob sich das Unternehmen nächstes Jahr besser schlägt, muss sich zeigen.

So wurde gemessen

Um die Qualität zu testen, legten die Tester quer durch Deutschland 10.300 Kilometer mit dem Auto, 2500 mit dem Zug und 550 zu Fuß zurück und besuchten dabei 35 Städte. Gemessen wurde mit 36 Sony Xperia XZ (hier bei uns im Test), die unterwegs automatisch surften und telefonierten. Am Ende kamen so etwa 470.000 Samples zusammen.


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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.