Panne an Geldautomaten Auch 20 Millionen EC-Karten der Sparkassen betroffen


Die Probleme mit fehlerhaften Chips auf EC- und Kreditkarten sind offenbar weitaus größer als angenommen. Nach Post- und Commerzbank räumten jetzt auch die Sparkassen und Landesbanken Pannen bei der Geldauszahlung per Karte ein. Erschreckend ist die Dimension: 20 Millionen Karten sind betroffen.

Die Fehlfunktionen von EC- und Kreditkarten in Deutschland sind noch immer nicht behoben. Inzwischen mussten auch die Sparkassen und Landesbanken Probleme bei der Geldauszahlung einräumen. Bei etwa 20 Millionen der rund 45 Millionen ausgegebenen Karten gebe es seit dem Jahreswechsel Einschränkungen im Zahlungsverkehr, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Dienstag mit. Betroffen sind den Angaben zufolge ebenfalls 3,5 Millionen der acht Millionen Kreditkarten der Institute. Grund für die Zahlungsprobleme ist laut DSGV eine fehlerhaft programmierte Software der Karten. Diese könne die neue Jahreszahl 2010 nicht korrekt verarbeiten. Zuvor hatten bereits Post- und Commerzbank Probleme mit den EC-Karten ihrer Institute eingeräumt. Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" handelt es sich um einen Produktionsfehler des französischen Kartenherstellers Gemalto.

Die Kartensicherheit sei durch den Fehler nicht eingeschränkt, erklärte der DSGV. Den Angaben zufolge wurden die mehr als 25.700 Geldautomaten der Sparkassen bereits wenige Stunden nach Auftreten der ersten Probleme umgestellt. EC-Karten würden mittlerweile wieder verarbeitet. Einschränkungen gibt es weiterhin beim Bezahlen bei Händlern. Hier sollen bis Donnerstag 85 Prozent aller Karten wieder akzeptiert werden, bis Montag kommender Woche solle wieder eine 100-prozentige Funktionsfähigkeit hergestellt werden, erklärte der DSGV.

Probleme beim Geldabheben zum Jahreswechsel

In den ersten Januartagen hatten zahlreiche Kunden kein Geld am Automaten erhalten, weil ihre EC- oder Kreditkarte nicht akzeptiert wurde. Ursprünglich sollte bis Montagabend zumindest das Abheben im Inland wieder reibungslos funktionieren, hatte der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) des deutschen Kreditgewerbes in Berlin mitgeteilt.

An den Geldautomaten der Commerzbank ist der Fehler nach Angaben einer Sprecherin "weitgehend" behoben. Nur in Einzelfällen sei es beim Geldabheben mit neuen EC-Karten noch zur Ablehnung gekommen. In diesem Fall sollten es die Kunden an einem anderen Automaten versuchen.

Ein großer Teil der Lesegeräte bei den Einzelhändlern in Deutschland könne die problematischen EC-Karten bereits jetzt fehlerfrei verarbeiten, teilte das ZKA mit. In dem kommenden Tagen sollen wieder alle Bezahlterminals mit allen EC-Karten im Inland funktionieren. Ein Branchenexperte sagte, gerade die modernsten Terminals, die etwa 20 bis 30 Prozent aller Geräte ausmachten, hätten die Probleme mit den Chips.

EMV-Technologie macht Zicken

Anders sieht es mit den EC- und Kreditkarten im Ausland aus. Dort könne es noch etwas länger dauern, bis alle Geldautomaten und Händlerterminals so eingestellt seien, dass sie die Chipkarten wieder richtig lesen könnten, hieß es beim ZKA.

Mit der sogenannten EMV-Technologie, die in den Chips steckt, sollen die Karten gegen illegales Kopieren und die gespeicherten Daten vor Manipulationen schützen. Bis Ende 2010 sollen alle Bankkarten auf den neuen EMV-Standard umgerüstet werden. Dabei wird der Datensatz sicher verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. Außerdem ist eine Geheimnummer (PIN) nötig. Nach Angaben des Unternehmens EMVCo, das die Technologie entwickelt, waren 2008 weltweit mehr als 730 Millionen Geldkarten mit dem EMV-Standard ausgestattet.

DPA/AFP DPA

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