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Pannen-Airport BER: Gericht bestätigt Flugroute über den Müggelsee

Die Flugroute über den Wannsee ist gestrichen, die Strecke über den Müggelsee hat das Oberverwaltungsgericht nun aber bestätigt. Die Route unterliege keiner Umweltverträglichkeitsprüfung.

Eine Baustelle weniger für BER-Chef Mehdorn: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hat die umstrittene Flugroute vom künftigen BER-Hauptstadt-Flughafen über den Müggelsee bestätigt. Der Vorsitzende Richter Roger Fieting führte in seiner mündlichen Urteilsbegründung in Berlin am Freitag aus, der Senat sei der Auffassung, dass die Festlegung der Flugrouten nicht einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterliege. Lediglich der Bau eines Flughafens sei UVP-pflichtig.

"Wir sind vor allem überrascht, mit welcher Deutlichkeit unsere Klage abgewiesen wurde", sagte Kläger Uwe Hiksch von den Naturfreunden Berlin gegenüber dem "Tagesspiegel". Den Weg vor den Europäischen Gerichtshof scheue er nicht. Nun muss die Route noch vor dem Bundesverwaltungsgericht entschieden werden.

Am Müggelsee im Südosten Berlins sichert das Wasserwerk Friedrichshagen im dortigen Trinkwasser-Schutzgebiet die Trinkwasser-Versorgung von rund einer Million Berliner. Im Januar hatte das Gericht eine andere Überflugroute über den Wannsee untersagt, die über einen nicht gegen Flugzeugabstürze gesicherten Atomreaktor führt.

Die EU-Kommission hatte vergangenen Monat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet, weil sie die Folgen einzelner Flugrouten für die Umwelt nicht geprüft hatte. Anwohner hatten Brüssel eingeschaltet. Die Flugrouten sind in Berlin und Brandenburg seit fast drei Jahren umkämpft, weil sie vielfach anders verlaufen werden als der Flughafen es den Bürgern zuvor jahrelang glauben machte. Für die Grobplanung im 2006 genehmigten Planfeststellungsbeschluss wurde die Umweltverträglichkeit geprüft, für die 2012 verbindlich festgelegten Routen nicht.

kmi/AFP / AFP