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Pannenserie in Detroit General Motors ruft Millionen Fahrzeuge zurück


Verschleppter Rückruf, tödliche Unfälle: Der US-Autokonzern will kein Risiko mehr eingehen und ruft erneut mehr als eine Million Autos zurück. GM-Chefin Mary Barra ist bestürtzt.

Der US-Autohersteller General Motors (GM) muss erneut mehr als eine Million Autos auf dem Heimatmarkt in die Werkstätten rufen. Betroffen seien 1,55 Millionen Wagen, teilte GM mit.

Damit reagiert der Hersteller auf die Kritik von Politikern und Verbraucherschützern, einen Rückruf wegen defekter Zündschlösser über Jahre verschleppt zu haben. "Ich habe unser Team angewiesen, die Bemühungen bei unseren laufenden Produktüberprüfungen zu verstärken", sagte Konzernchefin Mary Barra in Detroit. In einer Videobotschaft an die Belegschaft sprach Barra von einer "ernsten Entwicklung, die niemanden überraschen sollte". Bei den Produktionsprozessen sei etwas "schief gelaufen", als Folge seien "schreckliche Dinge passiert". Barra rief die Mitarbeiter auf, die laufende Qualitätsüberprüfung "schnell" zum Abschluss zu bringen.

Erneut geht es um Probleme mit der Zündung: Bei den Modellen kann der Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurückspringen und so neben dem Motor auch die Elektronik der Fahrzeuge ausschalten. Dies führt dazu, dass sich Airbags bei Unfällen nicht öffnen. GM hatte erst im vergangenen Monat 1,6 Millionen Fahrzeuge wegen dieses Problems in die Werkstätten gerufen.

Von der neuen Rückrufaktion betroffen sind Modelle der Marken Chevrolet, GMC, Buick und Cadillac, die zwischen 2008 und 2014 vom Band gelaufen sind. Der Autokonzern hatte in der vergangenen Woche einräumen müssen, früher als bekannt von den fehlerhaften Zündschlössern gewusst zu haben. Der Konzern war bereits 2001 bei der Entwicklung eines Modells der Marke Saturn auf das Problem aufmerksam geworden. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft derzeit, ob der Autobauer mit der Rückrufaktion zu lange wartete. Im Kongress in Washington ist ebenfalls eine Untersuchung geplant, US-Medien zufolge erwägt auch das Justizministerium Ermittlungen. Dem Konzern drohen neben den Kosten für die Rückrufaktion hohe Schadenersatzforderungen. GM teilte am Montag mit, für diesen Fall 300 Millionen Dollar (216 Millionen Euro) zurückgestellt zu haben.

stb/DPA/AFP DPA

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