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Verbraucherbeschwerden Pfandärger im Supermarkt: Wenn Kunden am Leergut-Automaten verzweifeln

Nicht immer und überall klappt die Pfandrückgabe problemlos
Nicht immer und überall klappt die Pfandrückgabe problemlos
© Getty Images
Zahlreiche Kunden berichten der Verbraucherzentrale von Problemen bei der Pfandrückgabe. Die wirft den Läden vor, viele Kunden zu Unrecht abzuwimmeln.

Eigentlich ist der Pfandautomat eine höchst praktische Sache: Flasche rein, kurzer Scan, aufs Knöpfchen drücken – und schon hat man seinen Pfandbon in der Hand. Doch nicht immer funktioniert der Vorgang so reibungslos. Bei der Verbraucherzentrale Hamburg häufen sich in jüngster Zeit die Beschwerden von Kunden, die bei der Pfandrückgabe verzweifeln.

Mal schluckt der Automat die Flasche oder Dose nicht, weil das Etikett nicht gelesen werden kann, mal verweigert der Laden die Annahme, weil man die Marke nicht führe. So berichtet zum Beispiel Herr O. der Verbraucherzentrale: "Ich wollte eine platte Pfanddose (Logo und Barcode gut zu erkennen) im Getränke-Markt abgeben. Die Dose wurde mit der Begründung, dass der Code nicht elektronisch gelesen werden könne, nicht angenommen."

Das gleiche Problem erlebt Frau H. regelmäßig an der Kasse ihres Discounters: "Dort behauptet man, dass, wenn der Automat die Dose nicht akzeptiert, sie keine Möglichkeit haben, mir das Geld zu erstatten."  Und Frau S. berichtet: "Der Pfandautomat erkannte zwei Pfanddosen (Red Bull) nicht mit der Begründung: 'Gebinde deformiert.' Die Dosen wiesen jedoch beide keinerlei Beschädigungen auf. An der Kasse wünschte ich dann die händische Pfandrücknahme. Diese wurde mir von der Filialleiterin mit den Worten: 'Kann ich hier nichts mit anfangen', verweigert."

Kunden werden abgewimmelt

Dieses Abwimmeln ist aus Sicht der Verbraucherzentrale nicht in Ordnung. Gerade bei Einwegverpackungen führe der Handel oft vorgeschobene Gründe an. Denn sofern die Pfandkennzeichnung auf Flasche oder Dose zu erkennen ist, müsse der Laden diese auch zurücknehmen, wenn der Automat sie wieder ausspucke. Verweigern darf das Geschäft die Annahme nur, wenn es eine bestimmte Leergutart - wie Plastik oder Aluminium - gar nicht führt. Die Marke ist dabei übrigens unerheblich: Ein Supermarkt der Coladosen im Angebot hat, muss auch Bierbüchsen zurücknehmen, auch wenn er diese gar nicht selbst verkauft, schreibt die Verbraucherzentrale.

Ausnahmen bei der Rücknahmepflicht gelten nur für kleine Geschäfte mit weniger als 200 Quadratmeter Fläche, wie zum Beispiel Kioske. In allen anderen Fällen rät die Verbraucherzentrale: "Lassen Sie sich nicht abwimmeln und weisen Sie den Händler auf seine Rücknahmepflicht hin."

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg 

bak

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