Premiere-Deal Springer dementiert Einstiegsgerüchte


Den Axel-Springer-Verlag drängt es anscheinend weiter ins TV-Geschäft: Nach der gescheiterten Übernahme von ProSiebenSat.1, soll der Verlag nun am Pay-TV-Anbieter Premiere interessiert sein.

Das Berliner Verlagshaus Axel Springer will sich Unternehmenskreisen zufolge nicht an dem Bezahlfernsehsender Premiere beteiligen. "Wir haben andere Prioritäten und befassen uns nicht mit einem Einstieg bei Premiere", sagte eine mit der Situation vertraute Person. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte zuvor berichtet, Springer habe im Frühjahr einen Einstieg bei Premiere erwogen und das Thema noch nicht ad acta gelegt. Sowohl Springer als auch Premiere wollten den Bericht nicht kommentieren.

Springer hatte angestrebt, die Sendergruppe ProSiebenSat.1 zu übernehmen. Diese Pläne waren jedoch zu Jahresbeginn am Widerstand des Bundeskartellamtes und der Medienkonzentrationsaufsicht KEK gescheitert. Der Zeitung zufolge habe Springer seine Expansionspläne im deutschen Fernsehmarkt noch nicht aufgegeben. Das Verlagshaus der "Bild"-Zeitung bekräftigte jedoch, Priorität habe der Ausbau der Marktführerschaft im deutschen Printgeschäft sowie die Expansion im Ausland und in digitalen Märkten.

Aktienkurs ist eingebrochen

Der Bezahlfernsehsender Premiere war unter Druck geraten, nachdem er die exklusiven Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga an den neuen Konkurrenten Arena verloren hatte. Seitdem wird der Münchener Sender immer wieder als Übernahmeziel gehandelt. Der Aktienkurs ist seit Ende des Jahres um mehr als 60 Prozent eingebrochen.

Am Montag profitierte die Aktie von den Übernahmespekulationen und stieg zunächst in der Spitze rund fünf Prozent. Wenn Springer einsteigen wolle, sei das positiv zu bewerten, sagten Händler. Nach der Nachricht, dass Springer keinen Einstieg plane, gab das Papier einen Teil der Gewinne jedoch wieder ab und lag nur noch 1,8 Prozent im Plus bei 10,12 Euro.

Reuters Reuters

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