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Quartalszahlen: Daimler entsetzt mit riesigem Verlust

Die Wirtschaftskrise trifft Daimler hart: Der Stuttgarter Autobauer übertraf im ersten Quartal die ohnehin schon schlimmen Befürchtungen und meldete einen Milliardenverlust. Die Aktie brach ein, und die Stimmung auf den derzeit laufenden Betriebsversammlungen dürfte noch schlechter werden.

Daimler ist zum Jahresauftakt tief in die roten Zahlen gefahren. Im ersten Quartal des Jahres hat der Autobauer einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro verbucht, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Vorjahresquartal hatten die Stuttgarter noch einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro eingefahren.

Der Umsatz fiel aufgrund der weltweiten Absatzkrise um 22 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. Daimler sitzt auf vielen unverkauften Autos, und die Werke sind nicht ausgelastet. Im zweiten Quartal ist laut Unternehmen nochmals mit einem "deutlich negativen Ergebnis" zu rechnen.

Die Zahlen enttäuschten die Experten: Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt bei einem Umsatzrückgang von 23,6 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro nur mit einem operativen Verlust in Höhe von 947 Millionen Euro gerechnet. So brach die Daimler-Aktie nach Verkündung der Zahlen ein und verlor mehr als acht Prozent.

Die Krise schlägt sich auch auf die Beschäftigten nieder: In den Werken von Daimler laufen derzeit außerordentliche Betriebsversammlungen. Werksleitungen und Betriebsräte wollten die rund 141.000 betroffenen Mitarbeiter in Deutschland über die Details des milliardenschweren Sparpakets bei dem Autobauer informieren. Allein im größten Pkw-Werk des Konzerns in Sindelfingen bei Stuttgart versammelten sich tausende Beschäftigte. Daimler will wegen der Absatzkrise im laufenden Jahr zwei Milliarden Euro allein bei den Personalkosten sparen und verlangt den Mitarbeitern herbe Lohneinbußen ab.

DPA/Reuters/ben / DPA / Reuters