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Rekord-Order von American Airlines Boeing und Airbus sollen 460 Flugzeuge bauen


Dieser Auftrag verteilt die Rollen in der Flugzeugindustrie neu. Die US-Fluggesellschaft American Airlines hat 460 neue Flugzeuge geordert. Das größte Stück vom Kuchen erhalt ausgerechnet der europäische Hersteller Airbus.

American Airlines beglückt Airbus und Boeing mit der größten Flugzeugbestellung der Luftfahrtgeschichte. Für Airbus ist der Auftrag ein besonderer Erfolg, weil die drittgrößte US-Fluggesellschaft derzeit keine Maschinen des europäischen Flugzeugbauers einsetzt und vor allem auf Boeing setzt. Von beiden Herstellern will American zwischen 2013 und 2022 insgesamt 460 Maschinen im Wert von insgesamt rund 40 Milliarden Dollar kaufen. Bei Airbus bestellte die American-Muttergesellschaft AMR nach Angaben vom Mittwoch 260 Maschinen der A320-Baureihe und sicherte sich Optionen für den Kauf 365 weiterer Flugzeuge. An der Pariser Börse stiegen die Aktien der Airbus-Mutter EADS in Paris rund 3,5 Prozent und erreichten den höchsten Stand seit mehreren Jahren.

Mit dem A320 hat Airbus dem härtesten Rivalen bereits in der Vergangenheit auf dessen Heimatmarkt mächtig zugesetzt. Zuletzt erhielt der Flugzeugbauer aus Asien eine Bestellung, die als größter Einzelauftrag in der Geschichte der Luftfahrt gilt. Malaysias Billigflieger AirAsia bestellte im Juni auf der Luftfahrtmesse in Paris 200 Maschinen des modernisierten A320.

Bei Boeing bestellte AMR nun 200 Maschinen des Typs 737 und sicherte sich Optionen für weitere 100 Flugzeuge. 100 der fest bestellten Maschinen entfallen auf die aktuelle Baureihe 737NG. Weitere 100 Flugzeuge sollen aus der Nachfolgebaureihe kommen, die vom Boeing-Verwaltungsrat noch gebilligt werden muss.

Das Unternehmen haderte mehr als ein Jahr lang mit der Entscheidung, die 737 nochmals zu überarbeiten oder ein komplett neues Flugzeug zu entwickeln. Mit seiner Marktmacht nahm American Airlines dem Unternehmen aus Chicago die Entscheidung ab: Das Modell wird nur modernisiert und bekommt neue Triebwerke.

Hersteller leisten Finanzierungshilfen

Ähnlich sieht der Auftrag für Airbus aus. Ab 2013 sollen Maschinen der jetzigen Baureihe des A320 geliefert werden. Typen der überarbeiteten Baureihe A320neo - ebenfalls mit neuem Triebwerk - folgen ab 2017. Bei beiden Firmen hat American Airlines die Option, Aufträge auf andere Maschinen der Modellreihe umzuschichten. Von Airbus könnte die Fluggesellschaft also auch die Kurzvariante A319 oder die längere Version A321 ordern.

Von den Herstellern erhält die Fluggesellschaft eine Finanzierung in Höhe von 13 Milliarden Dollar durch Leasingabkommen. Eine Finanzierung aus eigener Tasche dürfte American derzeit schwer fallen: Das Unternehmen verbuchte im vergangenen Vierteljahr einen Netto-Verlust von 286 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte sich das Minus auf lediglich elf Millionen Dollar belaufen.

Auch Boeing-Anteilsscheine erhielten durch die Bestellung Auftrieb: Sie wurden mit einem Plus von drei Prozent gehandelt. AMR-Aktien stiegen um 1,6 Prozent.

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