Rekordverlust IKB mit fast einer Milliarde in den roten Zahlen


Die IKB ist noch nicht über den Berg. Die Mittelstandsbank hat zum dritten Mal in Folge rote Zahlen geschrieben. Durch Sondereffekte entstand diesmal sogar ein Rekordverlust. Wann wieder Gewinne erzielt werden, ist unklar. Der Bankumbau erfolgt in schwierigen Zeiten.

Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB hat mit fast einer Milliarde Euro einen Rekordverlust verzeichnet. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 fiel unter dem Strich ein Minus von 974 Millionen Euro an, teilte die IKB am Donnerstag in Düsseldorf mit. Der Konzernverlust fiel damit im Vorjahresvergleich um fast 400 Millionen Euro höher aus. Bankchef Hans Jörg Schüttler betonte, dass die Verlustausweitung auf Sondereffekte zurückgehe und der Umbau der IKB Fortschritte gemacht habe. Deutlich verschlechterte Rahmenbedingungen verzögerten die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, hieß es mit Blick auf Wirtschaftskrise und neue Turbulenzen an den Finanzmärkten 2010.

"Die Bank hat sich eine nachhaltige Schlankheits- und Fitnesskur verordnet, die trotz der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage umgesetzt wird", erklärte Schüttler im schriftlichen Finanzbericht. "Die Bank wurde rekapitalisiert, das Risikomanagement ausgebaut sowie Risiken reduziert und die Liquidität gesichert", zählte er auf. Die Kernkapitalquote liege weiter bei zehn Prozent. Die Erfüllung der EU-Auflagen binde erhebliche Ressourcen und koste viel Geld. Sie werde aller Voraussicht nach termingereicht bis September 2011 erfolgen.

Sondereffekt bei Verbindlichkeiten kehrt sich um

Mit einer Bilanzsumme von aktuell noch 35,7 Milliarden Euro sei die IKB auf einem guten Weg, die ihr auferlegte Verkleinerung auf 33,5 Milliarden Euro im Herbst nächsten Jahres zu erreichen. Binnen eines Jahres schrumpfte die Bilanzsumme um neun Milliarden Euro. Die Mitarbeiterzahl (Vollzeitbasis) ging um rund 180 auf knapp 1540 binnen Jahresfrist zurück. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sei wegen der schlechten Konjunktur 2009/10 auf hohem Niveau geblieben. Sie nahm gegenüber 2008/09 um fast 100 Millionen auf knapp 500 Millionen Euro ab.

Bei den Sondereffekten spielte die Bewertung der Verbindlichkeiten eine große Rolle. Im Krisen-Geschäftsjahr 2007/08 hatte die IKB ihre Verbindlichkeiten entsprechend der Bilanzregeln niedriger bewertet. Das war ein Sondereffekt in Milliardenhöhe, der damals positiv in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns zu Buche schlug. Nunmehr kehrte sich dieser Sondereffekt wie vom Vorstand erwartet teilweise wieder um: Eine deutlich verbesserten Markteinschätzung der Bonität der IKB habe zu einer Höherbewertung der Verbindlichkeiten geführt.

IKB als erste deutsche Bank von Hypthekenkrise betroffen

Der Düsseldorfer Bankkonzern hatte vor dem Hintergrund in seinem Krisen-Geschäftsjahr 2007/08 einen Miniverlust von knapp elf Millionen Euro verzeichnet. Im Geschäftsjahr 2008/09 betrug der Verlust 580 Millionen Euro. Die IKB war vor knapp drei Jahren die erste Bank in Deutschland, die in den Strudel der US-Hypothekenkrise geraten war. Sie musste damals massiv gestützt werden, insbesondere von der staatlichen KfW. Derzeit nutzt die IKB Bundes-Garantien im Umfang von zehn Milliarden Euro. Für die Garantien musste die IKB 2009/10 Gebühren von 77 Millionen Euro an den Bankenrettungsfonds Soffin zahlen. Die IKB wurde vor knapp zwei Jahren von dem US-Finanzinvestor Lone Star übernommen, der seit Längerem 91,5 Prozent an der AG hält.

kng/DPA DPA

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