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Rüstungskonzern: Rheinmetall unterhält indirekte Partnerschaft mit katarischem Militär

Recherchen von stern und Correctiv zeigen: Katars Militär mischt bei einer Firma mit, die der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall mit Partnern in der Türkei gegründet hat. Ziel: der Bau von Panzern.

Rheinmetall-Panzer auf einer Rüstungsmesse in Abu Dhabi

Rüstungsmesse in Abu Dhabi: Panzer made in Germany sind in der Golf-Region begehrt

Der Rüstungskonzern Rheinmetall ist über ein Joint Venture in der Türkei auch mit dem Verteidigungsministerium des Emirats Katar verbunden. Wie das Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, ergibt sich dies aus gemeinsamen Recherchen mit Correctiv und der türkischen Exilredaktion Özgürüz. Die katarischen Streitkräfte kontrollieren indirekt fast 25 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen RBSS, das Rheinmetall Ende 2016 zusammen mit dem türkischen Unternehmen BMC und der malaysischen Firma Etika gegründet hatte. Das Joint Venture soll sich der Entwicklung und der Produktion von Panzern widmen. Sie könnten dann unter Umständen auch exportiert werden, etwa nach Katar.

Die Beteiligung Katars kam zustande, weil BMC seinerseits zu 49 Prozent vom katarischen Verteidigungsministerium kontrolliert wird, genauer vom "Industriekomitee" der katarischen Streitkräfte. Ein Katarer namens Nasser Hassan N. A. Al Naimi, der im türkischen Handelsregister als Mitglied der Unternehmensführung von BMC genannt wird, hat nach Recherchen von stern, Correctiv und Özgürüz auch einen Sitz im Aufsichtsrat von RBSS.

Direkte Rüstungsexporte in Spannungsgebiete unzulässig

Rheinmetall bestätigte, dass dieser "katarische Vertreter" im Aufsichtsrat der RBSS "von Seiten der BMC nominiert" worden sei. Man selbst habe "keine weiteren Erkenntnisse" über ihn, erklärte ein Unternehmenssprecher. Andere Fragen zur Kooperation mit den katarischen Militärs ließ das Unternehmen unbeantwortet. Rheinmetall verfolge das Geschehen in der Region und "wartet die weitere politische Entwicklung ab", sagte der Sprecher.

Bereits im März hatte Rheinmetall bestätigt, dass ihr Partnerunternehmen BMC vom katarischen Militär einen Auftrag für die "Lieferung geschützter Fahrzeuge" erhalten habe, also für gepanzerte Militärtransporte. Zwischen Katar und seinen von Saudi-Arabien angeführten Nachbarstaaten auf der arabischen Halbinsel war Anfang Juni ein schwerer Konflikt ausgebrochen. Die Nachbarstaaten haben ein Embargo über Katar verhängt, die Grenze wurde geschlossen. Direkte deutsche Rüstungsexporte in Spannungsgebiete sind nach den geltenden Regeln normalerweise unzulässig.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.