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Simbabwe: Inflationsrate steigt auf elf Millionen Prozent

Neben der schweren politischen Krise hat Simbabwe auch mit zunehmendem wirtschaftlichen Chaos zu kämpfen: Das südafrikanische Land sieht sich mit einer beispiellosen Inflation konfrontiert. Mit seiner enormen Arbeitslosigkeit und Preisanstiegen in Rekordhöhe steht Simbabwe kurz vor dem Kollaps.

Die jährliche Inflationsrate in Simbabwe hat mit 11,2 Millionen Prozent im Juni einen neuen weltweiten Rekord erreicht. Das berichtete die Staatszeitung The Herald unter Berufung auf das Zentrale Statistikamt CSO. In dem von Präsident Robert Mugabe diktatorisch regierten Land mangelt es zudem an Nahrungsmitteln und Treibstoff.

Zuletzt hatten offizielle Stellen die jährliche Steigerung der Verbraucherpreise im Mai mit 2,2 Millionen Prozent angegeben, was von Experten aber als zu niedrig eingestuft worden war. Die Wirtschaft des südafrikanischen Landes liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit wird auf fast 80 Prozent geschätzt.

Die Preise klettern jeden Tag um 30 bis 40 Prozent. Um die Teuerungsrate zu bremsen, haben die Behörden den Simbabwe-Dollar immer wieder mit haarsträubenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen abgewertet. Ende Juli ließ die Zentralbank zehn Nullen von den Geldscheinen streichen. Außerdem forderte sie, die Preise und Gehälter für die Dauer von sechs Monaten einzufrieren. Die meisten Einwohner versuchen, sich mit Tauschhandel über Wasser zu halten.

Nach Ansicht des Westens hat Mugabe mit seiner Landreform im Jahr 2000, bei der weiße Farmer reihenweise enteignet worden waren, die Wirtschaftskrise in der einstigen Kornkammer der Region verschuldet. Zudem endeten alle Bemühungen der Opposition, in Verhandlungen mit Mugabe zu einer Machtteilung zu kommen, in einer Sackgasse.

AFP/Reuters / Reuters