HOME

Skurriler Deal des Peek & Cloppenburg-Chefs: Suche Jagdgebiet, biete Luxus-Immobilie

Der Chef der Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg will einen eigenen Wald, um auf die Jagd zu gehen - und bietet als Tauschwert ein 1A-Geschäftshaus in der Bonner Innenstadt.

Der Chef der Düsseldorfer Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg hat einen großen Wunsch: ein eigenes Jagdrevier. Den perfekten Forst hat Harro Uwe von Cloppenburg, der gemeinsam mit seinem Sohn jagen will, auch schon ausgewählt. Unweit des rheinland-pfälzischen 600-Seelen-Ortes Kesseling will er künftig auf seinem eigenen Grund Rehen und Co. auflauern. Doch weil er weiß, dass solche Grundstücke mit Geld nicht zu kaufen sind, macht er der Ortschaft ein ungewöhnliches Angebot: Er will den gemeindeeigenen Wald eintauschen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Als Gegenwert bietet der Textilunternehmer ein ganzes Geschäftshaus an. Die Rechnung für Kesseling ist simpel: Der Ort trennt sich von über 300 Hektar Wald (ein Hektar ist so groß wie ein Fußballfeld), der einen geschätzten Wert von 3,75 Millionen. Euro hat. Dafür tauscht von Cloppenburg eine Geschäftsimmobilie im Herzen von Bonn im Wert von 4,6 Millionen. Euro. Die jährlichen Mieteinnahmen betragen rund 225.000 Euro, die in der Gemeindekasse von Kesseling landen würden - aktuell erzielt das Dorf nur rund 40.000 Euro aus dem Holzverkauf und der Jagdpacht mit dem Grundstück.

"Ein ungewöhnliches Angebot"

Also sofort zugreifen? Der ehrenamtliche Bürgermeister von Kesseling, Jürgen Flügge, ist zögerlich. "Ein ungewöhnliches Angebot, für das es in ganz Deutschland bislang keinen Präzedenzfall gibt", sagte Flügge auf einer Gemeinderatssitzung im Mai. Am Telefon will er inzwischen nicht mehr über den Deal sprechen. Zu viel Ärger hat das Angebot bisher gemacht.

Denn auch wenn die Offerte augenscheinlich einen Gewinn für das Dorf darstellt: So einfach trennen will man sich anscheinend nicht von dem Waldstück. Steigende Holzpreise garantieren Einnahmen, hinzu kommt die starke emotionale Bindung zum Wald. Um in einer so genannten Eigenjagd auf die Prsch zu gehen, muss die Fläche mindestes 75 Hektar groß sein. Doch solch große Waldgebiete sind im Westen Deutschlands nur noch schwer zu finden.

Bislang ist von Cloppenburg nur Pächter einer Jagd bei Kesseling. Die Gemeinde will zunächst das Angebot prüfen und hat noch keine Entscheidung getroffen. Aber allzu eilig wird es der Modehaus-Chef auch nicht haben: Die Jadgsaison beginnt schließlich erst im Herbst.

Katharina Grimm
Themen in diesem Artikel