HOME

"Das Ding des Jahres": So wettert DHDL-Juror Frank Thelen gegen die Gründershow von Stefan Raab

Die Vox-Show "Die Höhle der Löwen" war lange die einzige Start-up-Sendung im deutschen TV. Mit "Das Ding des Jahres" von Stefan Raab gibt es nun Konkurrenz. Frank Thelen ist mit dem Format aber nicht zufrieden. 

Frank Thelen kritisiert neue Gründershow von Stefan Raab

Frank Thelen kritisiert die neue Gründershow von Stefan Raab

Fünf Juroren, ein paar Gründer und mehr oder weniger erfolgversprechende Geschäftsideen: Die Start-up-Show "Die Höhle der Löwen" geht 2018 mit der fünften Staffel an den Start. Für Vox ist das Format ein Erfolgsgarant - die Einschaltquoten übertreffen sich von Staffel zu Staffel.

Doch was erfolgreich ist, lockt auch Konkurrenten - gerade in der deutschen TV-Landschaft. Und so müssen die Macher hinter "DHDL" gleich zwei Konkurrenzsendungen in diesem Jahr hinnehmen. Mit "Das Ding des Jahres" ist jüngst eine Show aus der Feder von Stefan Raab an den Start gegangen. In einem Interview mit dem "Businessinsider" verriet Frank Thelen, Unternehmer und Jury-Mitglied bei "DHDL" seit der ersten Staffel, was ihn am neuen Format ärgert.

"Das Ding des Jahres" vs. "Die Höhle der Löwen"

"Der Aufbau eines Unternehmens wird in 'Das Ding des Jahres' als einfach und spaßig dargestellt. Das widerspricht der Realität", sagt Thelen. "Da ich schmerzhaft erfahren musste, wie hart es ist, Unternehmen aufzubauen, missfällt mir der reine 'Entertainment'-Charakter in der ProSieben-Show." Thelen gilt heute als erfolgreicher Unternehmer und Investor. Doch auch er hat sich schon verbrannt, musste einen enormen Schuldenberg abtragen. Und er weiß: Wer ein Unternehmen gründet, muss besonders hart arbeiten. Dass ProSieben die Unternehmensgründung wie eine lustige Party darstellt, ärgert ihn. Und setzt nach: "Die Höhle der Löwen“ findet hier eine gute Mischung."

Viel Party, wenig Wirtschaft: Frank Thelen fehlt die Realität bei "Das Ding des Jahres".  "Wir arbeiten mit unseren Gründern, Partnern und dem Freigeist-Team viele Monate sehr hart, um diesen Push effektiv nutzen zu können", so Thelen zum "Businessinsider". "Und ein erfolgreicher Start ist erst der Anfang, wie man an der Erfolgsgeschichte von Little Lunch, Ankerkraut und Lizza sieht."

Kritik an Gründershows

Tatsächlich gab es auch an dem TV-Format "Die Höhle der Löwen" die Kritik, dass die Pitches der Gründer wenig realistisch dargestellt würden. Das liegt vor allem am Schnitt, denn der Zuschauer bekommt nur die Highlights zu sehen. Dass einige Gründer eine Stunde und länger um Geld der Löwen buhlen, sehen sie nicht. Dennoch: Dort werden Themen wie Risikokapital, Unternehmensbewertungen oder Beteiligungsmodell wenigstens gestreift. 

Dass die ProSieben-Sendung eher Samstagabend-Unterhaltung und weniger BWL-Vorlesung ist, könnte auch an der Besetzung der Jury-Couch liegen. Dort sitzen nämlich weniger knallharte Investoren, sondern Promis mit unternehmerischer Erfahrung  wie Joko Winterscheidt und Lena Gercke. Das ist nicht schlecht - verwässert aber nach Thelens Geschmack den Sinn solcher Sendungen. Für ihn wäre der Platz als Juror bei "Das Ding des Jahres" offenbar nichts. "Ich bin kein guter Entertainer, mein Leben ist der Aufbau von Firmen und Unternehmern."

Fernsehstart der vierten Staffel "Die Höhle der Löwen"
kg