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Solarenergie: Alles eitel Sonnenschein

Was hatte die Solarlobby vor der Neuregelung des Gesetzes über erneuerbare Energien nicht laut gejammert. Zur allegemeinen Erleichterung wurde die Förderung aber nur minimal gekürzt - und sichert den Unternehmen so auch in Zukunft hübsche Gewinne.

Ein Kommentar von Elke Schulze

Ein Freund von mir ist kürzlich Solar-Unternehmer geworden: Er hat sich eine Dachfläche gemietet und eine Solaranlage darauf installiert, mit der man ein Mehrfamilienhaus locker versorgen könnte. Der sonnige Mai hat ihm ein Dauergrinsen beschert. Für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom überweist ihm der örtliche Stromversorger über 40 Cent auf sein Konto. Aber auch wenn es im Winter trübe und regnerisch bleibt, muss er sich keine Sorgen machen – die Anlage rechnet sich. Denn das Geld bekommt er 20 Jahre lang - per Gesetz zugesichert.

Einfach nur die Hand aufhalten

Dieses Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist neu geregelt worden und gerade mal an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Immer noch profitiert die Fotovoltaik am meisten vom Gesetz. Anstatt um fünf Prozent pro Jahr soll die EEG-Förderung für Sonnenstrom nun mäßig - zunächst um acht und danach um neun Prozent gesenkt werden.

Genug ist das nicht. Ginge alles weiter wie bisher, würden sich allein bis 2010 Subventionen von über 70 Milliarden Euro auftürmen. Dabei wird gerade mal 0,6 Prozent des deutschen Stroms aus Sonnenenergie gewonnen. Strom aus Windenergie wird dagegen nur mit rund fünf Cent pro Kilowattstunde vergütet.

Die Preise müssen sinken

Während die Biokraftstoffbranche am Boden liegt, verdienen am Geschäft mit erneuerbaren Energien vor allem die Hersteller von Fotovoltaikanlagen: Gewinnmargen zwischen 20 und 50 Prozent werden realisiert. Finanziert vom deutschen Stromverbraucher durch die EEG-Umlage. So drängt sich der Verdacht geradezu auf, dass die Subventionen zu üppig ausfallen. Klar, jede neue Industrie braucht ein paar Jahre, bevor sie auf eigenen Beinen stehen kann. Und wir alle wissen, wir brauchen auch künftig Energie und zwar eine ohne C02-Belastung. Aber wer weist schon Geld zurück, wenn er nur die Hand aufhalten muss?

Der Chef des weltgrößten Solarzellenherstellers Q-Cells, Anton Milner, verspricht, die Produktionskosten jedes Jahr um fünf bis sieben Prozent zu senken. Aber die Kostenersparnis kommt bei den Kunden nicht an. Die deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie hat errechnet, dass die Solardächer pro Kilowatt Leistung im Durchschnitt immer noch 1000 Euro mehr kosten als sie eigentlich dürften. Da stimmt doch was nicht. Denn hinter vorgehaltener Hand sprechen einige Hersteller sogar davon, dass sie dank technischer Innovationen über zehn Prozent Kosten pro Jahr sparen könnten.

Nicht auf den Subventionen ausruhen

Die große Gefahr: Wenn die Hersteller sich nun auf dem bequemen Subventionsbettchen ausruhen, verlieren sie den Anschluss an den Weltmarkt. Denn die Absatzmärkte für Sonnenenergie sind nicht hier in Deutschland auf unseren meist trüben Dächern. Sie heißen Spanien, Kalifornien, Afrika. China und Indien. Und dort gibt es größtenteils keine staatliche Förderung. Trotzdem schießen in China und Japan Solarfabriken wie Pilze aus dem Boden. Längst ist eine mächtige Konkurrenz herangewachsen. Denen sich die deutschen Anbieter wie Q-Cells und Solarworld stellen müssen.

Vom Weltmarkt abschotten können wir uns nicht. Durch das langsame, aber stetige Absinken der EEG-Förderung wird auch die Nachfrage aus dem eigenen Land sinken. Noch reißen die Deutschen den Herstellen die fertigen Anlagen aus den Händen, aber wie lange noch? Trotzdem bewegt sich das Meckern der Solarlobby auf hohem Niveau.

Auch ausländische Hersteller profitieren

Das EEG ist immer noch eine komfortable Angelegenheit. So komfortabel, dass sogar ausländische Hersteller mit subventioniert werden: Der japanische Hersteller Sharp verkauft seine Anlage hierzulande teurer als im eigenen Land! Deshalb müssen die Preise sinken – auch um die anderen erneuerbaren Energien weiter fördern zu können.