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Staatsdefizit Deutscher Schuldenberg wächst langsamer


Die deutschen Staatsschulden sind im vergangenen Jahr zwar auf einen neuen Rekordwert geklettert, im Vergleich zum Vorjahr war der Schuldenzuwachs aber moderat. Dank der guten Konjunktur sank die Schuldenquote.

Der deutsche Schuldenberg ist im vergangenen Jahr weiter angewachsen - aber nur noch langsam. Die Staatsschulden kletterten 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 32 Milliarden Euro zwar auf den Rekordwert von 2,088 Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Dienstag in Frankfurt auf der Grundlage vorläufiger Berechnungen berichtete. Ein Jahr zuvor hatte im Zeichen der Bankenrettung der Schuldenzuwachs noch die zehnfache Summe betragen.

Wegen der starken Entwicklung der deutschen Wirtschaft gestaltete sich das Verhältnis der Schulden zur Wirtschaftsleistung im Jahr 2011 deutlich günstiger. Die Schuldenquote sank um 1,8 Punkte auf 81,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie die Notenbank berichtete. Die Quote liegt damit aber immer noch deutlich über der Marke von 60 Prozent, die nach EU-Regeln noch erlaubt ist. Deutschland überschreitet den Referenzwert seit dem Jahr 2002 regelmäßig. 2010 hatte die Verschuldung den Rekordwert von 83,0 Prozent des BIP erreicht. Es werden die Schulden der Gebietskörperschaften wie auch der Sozialversicherungen einschließlich der zuzurechnenden Extrahaushalte erfasst.

Nach den Berechnungen der Bundesbank sind die Belastungen in der Folge der Finanzkrise und der nachfolgenden Bankenrettung im Jahr 2011 um 17 Milliarden Euro zurückgegangen. Vor allem Eigenkapitalhilfen seien zurückgeflossen. Insgesamt haben die Finanzmarktstützungsmaßnahmen seit 2008 den Angaben zufolge rund 291 Milliarden Euro Schulden verursacht.

mlr/DPA DPA

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