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Staatsgarantien: Bund hilft Hypo Real und HSH Nordbank

Der Bund greift der Hypo Real Estate mit einem weiteren Milliardenpaket unter die Arme. Die schwer angeschlagene Immobilienbank erhält aus dem Rettungsfonds eine Garantie von bis zu 20 Milliarden Euro. Auf noch mehr Staatsgarantie kann die HSH Nordbank zurückgreifen.

Der Rettungsfonds für die Bankenbranche hat dem angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) einen Garantierahmen im Umfang von 20 Milliarden Euro zur Stärkung der Liquidität gewährt. Das teilte die Bank am Freitagabend in München mit. Die HRE war im Zuge der Finanzkrise in eine existenzielle Notlage geraten. Sie ist deshalb auf massive Unterstützung aus dem Rettungspaket des Bundes angewiesen.

Die HRE könne die durch den Rettungsfonds auszustellenden Garantien zur Besicherung von Schuldverschreibungen nutzen, die spätestens zum 15. Januar zur Rückzahlung fällig seien, hieß es. "Der vereinbarte Garantierahmen ist ein Ergebnis der weiter andauernden Gespräche der Hypo Real Estate Group mit dem Finanzmarktstabilisierungsfonds über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditäts- und Kapitalunterstützung der Gruppe", erklärte die Bank.

Bund und Kreditwirtschaft hatten die Hypo Real Estate im Oktober mit einem Hilfspaket von 50 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch gerettet. Der Konzern hatte von Juli bis September drei Milliarden Euro Verlust gemacht und braucht für die notwendige Sanierung noch mehr Geld. Die HRE müsse für jetzt neu bewilligten Garantien 1,5 Prozent Zinsen pro Jahr zahlen und für den nicht in Anspruch genommenen Teil des Garantierahmens eine Provision von 0,1 Prozent.

30 Milliarden-Garantie für HSH Nordbank

Auch die in Schieflage geratene HSH Nordbank kann auf staatliche Liquiditätsgarantien zurückgreifen. Die Summe beträgt bis zu 30 Milliarden Euro. Darauf hätten sich Vertreter des Sonderfonds und der gemeinsamen Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein geeinigt, teilte die Bank am Freitag mit. Die Entscheidung stärke die Bank und schaffe genügend Flexibilität, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, sagte der neue Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher.

Die Anteilseigner wollen zudem für eine angemessene Eigenkapitalausstattung der HSH Nordbank sorgen. Neben Kapitalzufuhr von innen und von außen komme der Abbau von Aktiva in Betracht. Die Kernkapitalquote soll nach Nonnenmachers Angaben auf mindestens acht Prozent gesteigert werden.

Seit Anfang des Jahres war die HSH Nordbank immer tiefer in den Strudel der internationalen Finanzkrise geraten. Für die ersten neun Monate des Jahres mussten Abschreibungen von 1,3 Milliarden Euro vorgenommen werden, der Verlust betrug 360 Millionen Euro. Am 10. November erklärte Vorstandschef Hans Berger seinen Rücktritt, Nonnenmacher wurde zu seinem Nachfolger berufen. Bereits eine Woche zuvor hatte die Bank Staatsbürgschaften in Höhe von 30 Milliarden Euro beantragt. Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag (CDU) schloss später nicht mehr aus, dass die HSH Nordbank weitere Abschreibungen verkraften muss.

Vor der HSH Nordbank hatte von den Landesbanken schon die BayernLB nach Milliardenverlusten den staatlichen Schutzschirm in Anspruch genommen. Die Landesbank Baden-Württemberg erhält eine Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro, allerdings nur aus dem Land, ohne Beteiligung des Bundes.

DPA/Reuters / DPA / Reuters