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STELLENABBAU: Schlechte Zeiten für Investmentbanker bei Dresdner Bank

Für das Ziel, im kommenden Jahr wieder profitabel zu arbeiten, muss die Allianz-Tochter weitere Opfer bringen: In einer dritten Sparwelle werden 1.200 Jobs beim Investmentbanking gestrichen.

Nach dem massiven Stellenabbau im Privatkundengeschäft sind von der dritten Sparwelle bei der Dresdner Bank jetzt vor allem die Investmentbanker betroffen. Allein bei Dresdner Kleinwort Wasserstein sollen rund 1.200 Arbeitsplätze wegfallen. Mit mehr als 900 Mitarbeitern seien bereits Auflösungsverträge geschlossen worden. Dresdner Bankchef Bernd Fahrholz sagte: »Unser oberstes Ziel ist es, bereits im nächsten Jahr profitabel zu arbeiten und einen operativen Gewinn zu erzielen.«

Konzernmutter zog die Notbremse

Die Allianz-Tochter hatte nach einem Milliardenverlust im zweiten Quartal die Notbremse gezogen und den Abbau von zusätzlich bis zu 3.000 Jobs angekündigt. Insgesamt streicht die Dresdner Bank damit rund 11.000 Stellen. Ende 2001 waren noch knapp 50.000 Mitarbeiter bei dem Institut beschäftigt, davon etwa 40.000 in Deutschland.

Kein Ende der Durststrecke

Fahrholz betonte, nachdem sich gezeigt habe, dass die Durststrecke an den Aktienmärkten länger dauere als erwartet, habe man sich zu dem zusätzlichen Personalabbau entschlossen. Insgesamt sollen in dem Bereich Corporates & Markets (Investmentbanking und Firmenkunden) rund 2.000 Stellen entfallen. Der Rest entfällt auf den Bereich private Kunden und Geschäftskunden (rund 300 Stellen) und 600 in anderen Bereichen (Corporate Center, Corporate Services und Transaction Banking).

Bekenntnis zur Investmentsparte

Zugleich bekräftigte der Bankchef das Engagement der Dresdner Bank im Investmentbanking. Das zeige sich auch daran, dass er nach dem Ausscheiden von Vorstandsmitglied Leonhard Fischer selbst die Verantwortung für den Bereich Investmentbanking und Firmenkunden übernehme. Der Investmentbanker und Chef von Dresdner Kleinwort Wasserstein, Fischer, hatte am Mittwoch überraschend seinen Rückzug aus dem Vorstand des Instituts angekündigt. »Es gab und gibt keine strategischen Dissonanzen zwischen uns«, betonte Fahrholz. Die gemeinsam definierte Strategie für den Bereich Firmenkunden und Investmentbanking werde weiter umgesetzt.

Dritte Sparrunde

Mit der dritten Sparrunde »Turnaround 2003« will die Dresdner Bank weitere 700 Millionen Euro sparen. Einschließlich der früheren Maßnahmen sollen die Kosten um zwei Milliarden Euro gesenkt werden. Der Verwaltungsaufwand soll Ende 2003 6,5 Milliarden Euro nicht übersteigen, kündigte Fahrholz an. Die Dresdner Bank hatte in der Vergangenheit die Konjunkturflaute und die Turbulenzen an den Aktienmärkten zu spüren bekommen. Seit dem zweiten Quartal 2001 ist das operative Ergebnis negativ. Die schon beschlossenen Maßnahmen zur Kostensenkung hätten angesichts der Ertragsrückgänge nicht ausgereicht, betonte Fahrholz.