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Stellenstreichungen: Allianz weicht dem Druck der Straße

Köln bleibt, Dortmund bis auf weiteres und am Standort Frankfurt werden auch weniger Jobs abgebaut - die Allianz rückt nach starkem öffentlichen Druck von seinem rigiden Sparkurs ab und baut weniger Arbeitsplätze ab als angekündigt.

Der Versicherungsriese Allianz macht nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Abstriche bei seinen umstrittenen Sparplänen. Der Münchener Konzern werde bis mindestens Ende 2009 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, teilten die Arbeitnehmervertreter mit. Bislang war dies nur bis Ende 2007 vorgesehen.

Zudem werde der Standort Köln mit rund 1300 Beschäftigten nicht geschlossen, heißt es weiter. Für Dortmund mit seinen rund 300 Mitarbeitern gebe es eine Bestandsgarantie bis 2012. An beiden Orten soll Verdi zufolge ein Drittel der derzeitigen Stellen erhalten bleiben. In den Verhandlungen mit den Betriebsräten habe die Allianz zudem die Teilschließung des Standortes Frankfurt zurückgenommen.

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong sprach von einem wichtigen Teilerfolg für die Mitarbeiter. Die Gewerkschaft hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Protestaktionen und mehrtägige Warnstreiks organisiert. In den weiteren Verhandlungen will Verdi einen Verzicht auf Kündigungen über das Jahr 2010 hinaus vereinbaren, kündigte Foullong an.

Bei der Allianz sind insgesamt rund 5700 Arbeitsplätze bei den deutschen Versicherungsfirmen und weitere 2500 Stellen bei der Tochter Dresdner Bank bedroht. Die Kritik von Politikern und Gewerkschaften entzündete sich vor allem daran, dass die Allianz in diesem Jahr auf einen Rekordgewinn von über sechs Milliarden Euro zusteuert, ihre Sparpläne bislang aber verteidigt hatte. Der Vorstand begründete die Schritte mit Marktanteilsverlusten und dem global schärfer werdenden Wettbewerb.

Reuters / Reuters