HOME

Steuer-Skandal: Zumwinkel soll Haft erspart bleiben

Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben sich auf einen Deal geeinigt: Wie das "Handelsblatt" erfahren haben will, werden die Ankläger im Bochumer Steuerbetrugsprozess nur zwei Jahre Haft auf Bewährung fordern, wenn Zumwinkel im Gegenzug aussagt und ein Geständnis ablegt.

Der in der Liechtenstein-Affäre wegen Steuerbetrugs angeklagte Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel muss laut "Handelsblatt" keine Haft mehr befürchten. Laut dem Bericht (Dienstagausgabe) haben sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft darauf verständigt, dass die Ankläger im Prozess maximal zwei Jahre Haft auf Bewährung fordern werden. Im Gegenzug solle Zumwinkel ein Geständnis ablegen.

Von der Staatsanwaltschaft sowie dem Sprecher von Zumwinkels Anwalt waren am Abend zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten. Einen Sprecher des Landgerichts Bochum, wo der Prozess am 22. Januar startet, zitierte das "Handelsblatt" mit den Worten, man wisse nichts von einer Absprache, müsse darüber aber auch nicht informiert werden. Allerdings sei es nicht üblich, dass ein Gericht über den Antrag der Anklage hinausgehe.

Das Urteil im Fall Zumwinkel soll am 26. Januar gesprochen werden. Der frühere Post-Chef ist der zweite Täter in der Liechtensteiner Steuerbetrugsaffäre, der sich vor Gericht verantworten muss. Rund zehn weitere Fälle wurden inzwischen bereits eingestellt - gegen die Zahlung von Geldbußen. In Gang gekommen war die Affäre dadurch, dass Bochumer Ermittlern eine DVD zugänglich gemacht worden war, auf der sich Daten von Kunden der LGT-Bank in Liechtenstein befanden. 780 Verdächtige wurden seither ermittelt, gegen rund 400 wurde ein Verahren eingeleitet. Die vorübergehende Festnahme Zumwinkels am 14. Februar 2008 hatte den Fall in die Öffentlichkeit gebracht. Die Summe, die der frühere Post-Manager hinterzogen haben soll, wird auf knapp eine Million Euro geschätzt.

DPA/AP / AP / DPA