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Studie zu Strompreis-Erhöhungen: Kunden zahlen zwei Milliarden Euro zu viel

Es ist die seit Jahren größte Strompreis-Erhöhungswelle: Ab Januar heben 570 Versorger ihre Tarife an. Laut einer Studie der Grünen kostet das die Kunden zwei Milliarden Euro - und ist reine Abzocke.

Die Strompreis-Erhöhungen Anfang Januar kommen die Verbraucher offenbar ungerechtfertigterweise teuer zu stehen. Laut einer Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion, über die mehrere Zeitungen berichten, kassieren die ohnehin gut verdienenden Stromkonzerne insgesamt zwei Milliarden Euro zusätzlich grundlos bei ihren Kunden ab.

570 Versorger haben für Januar teurere Tarife angekündigt. Es ist die größte Strompreis-Erhöhungswelle seit Jahren. Die höhere Umlage für Erneuerbare Energien (EEG), mit der die Preisanstiege begründet werden, ließe sich aber durch Einsparungen ausgleichen, die bisher nicht an die Verbraucher weitergegeben wurden, zitiert die Zeitung "Leipziger Volkszeitung" aus der Studie.

Preisanstieg "nicht nachvollziehbar"

"Hier wird ein Vorwand genutzt, um ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu kaschieren", kritisierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, in dem Blatt. Gesunkene Beschaffungskosten würden nicht an die Kunden weitergegeben.

"Die Versorger erhöhen vielfach die Preise, um ihre Gewinne zu steigern", monierte auch die Energieexpertin der Grünen-Fraktion, Ingrid Nestle, in der "Saarbrücker Zeitung". Laut Gutachten sei der Preisanstieg "nicht nachvollziehbar". Die Konzerne würden ihr Vorgehen mit der gestiegenen EEG-Umlage von 1,5 Cent pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel begründen. Demgegenüber stehe jedoch "ein bislang nicht weitergegebenes, erhebliches Preissenkungspotenzial", heiße es in der Expertise. So seien unter anderem die Beschaffungskosten beim Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken, aber nicht an die Stromkunden weitergegeben worden.

Das Gutachten des Energiewirtschaftlers Gunnar Harms, der auch stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher ist, komme überdies zu dem Ergebnis, dass 2010 ertragsmäßig ein Rekordjahr insbesondere für die vier großen Stromversorger wird. "Ihr gesamter Jahresgewinn dürfte bei rund 30 Milliarden Euro liegen. Nie zuvor haben sie einen höheren Gewinn eingefahren", analysierte Harms nach Angaben der "Saarbrücker Zeitung".

mad/DPA/DAPD/AFP / DPA