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SÜDAMERIKA: Argentinien-Krise treibt Aktienpreise nach unten

Schwere Zeiten für die lateinamerikanischen Börsen: der Merval-Index fiel um 3,46 Prozent, nachdem Anleger die Hoffnung in Hilfsmaßnahmen des IWF verloren hatten.

Die Finanzkrise in Argentinien hat am Dienstag (Ortszeit) die Aktienpreise in Lateinamerika erneut vorwiegend nach unten getrieben. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires fiel der Merval-Index nach dem Feiertag vom Montag, der noch etwas Ruhe in die Märkte gebracht hatte, gleich um 3,46 Prozent oder 10,90 Punkte in den Keller. Der Merval schloss bei 303,60 Zählern. Die Anleger hatten das Fehlen von neuen Nachrichten bei den Verhandlungen zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) negativ gewertet, meinten Händler.

Turbulente Zeiten für Indizes

Die Probleme des Nachbarn und die Senkung der Leitzinsen in den USA um 0,25 Prozentpunkte dämpften laut Händler auch die Kauflust der Anleger im bedeutendsten Wertpapiermarkt des Subkontinents in Brasiliens Wirtschaftsmetropole Sao Paulo. Der Bovespa-Index gab dort um 1,71 Prozent oder 223,78 Punkte auf 12 891,70 Zähler nach. In Mexiko-Stadt stieg der IPC-Index dagegen am Dienstag um 0,49 Prozent (30,67 Punkte) auf 6276,09 an. Der IPC war im Laufe des Tages zeitweilig sogar um 122 Punkte angewachsen. Doch die Leitzinssenkung in den USA löste in den letzten Handelsstunden des Tages laut Händler eine kleine Verkaufswelle aus.

Doch noch Milliardenhilfe

Erst Dienstag kam dann endlich die erlösende Nachricht, dass der IWF nun endlich Argentinien einen zusätzlichen Kredit über acht Milliarden Dollar in Aussicht gestellt hat, um die Wirtschaft des finanziell angeschlagenen Landes zu unterstützen. IWF-Direktor Horst Köhler sagte am Dienstag nach einer Sitzung des Direktoriums in Washington, fünf Milliarden sollten nach Genehmigung durch das Gremium als Sofortkredithilfe an Argentinien fließen. Die Finanzspritze ist eine Ergänzung des laufenden, 14 Milliarden Dollar umfassenden Standby-Kredits für Argentininen. Die Regierung in Buenos Aires hat sich im Gegenzug dazu verpflichtet, ein Null-Defizit-Programm umzusetzen.