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Provokante Werbung einer Fastfood-Kette: Im Reich von Sex und Ketchup

Für Carls Jr. inszenieren berühmte Models das Burger-Essen als Sex-Workshop. Schauspielerinnen stehen für die Spots Schlange. Nur Kim Kardashian versagte, als sie den Super-Burger verschlingen sollte.

Zu Heidi Klum äusserte sich der oberste Burger-Brater Andy Puzder wenig schmeichelhaft.

Zu Heidi Klum äusserte sich der oberste Burger-Brater Andy Puzder wenig schmeichelhaft.

Der Chef der US-Burger-Kette Carls Jr., Andy Puzder, lässt in seinen Werbespots knapp bekleidete Frauen und gigantischen Burger abbilden. Das Konzept von Brat-Fleisch und Bikini-Zone begeistert die Amerikaner. "Die Leute sind ganz heiß darauf zu wissen, wann der nächste Spot erscheint", sagte Puzder der Nachrichtenagentur AP. Die Reklame schlage ein "wie ein heißes Messer das durch Butter schneide" und locke vor allem junge Männer in die Filialen. Andere Fastfoodketten stecken in der Dauerkrise, bei Carls Jr. laufen die Geschäfte blendend.

Was gibt es Sinnlicheres als einen Burger mit Kate Upton?

Was gibt es Sinnlicheres als einen Burger mit Kate Upton?

Im neuesten Spot verschlingt das "Sports Illustrated" Model Samantha Hoopes den "The Most American Thickburger" - eine wilde Kreuzung von Hotdog und Hamburger. Gestartet ist die Kampagne 2005 mit Paris Hilton, die mit einem Bentley Burger-Dekadenz demonstrierte. Unter den Burger-Girls finden sich berühmte Namen wie Kate Upton. Kate verschlang ihren Burger mit betörender Sinnlichkeit. Häufig wurden die Models gecastet, bevor sie wirklich berühmt wurden. Aber auch vor etablierten Schönheiten machen die Burger-Brater nicht Halt. "Das Alter ist für Burger nicht relevant", meint Puzder. "Heidi Klum ist ja auch kein junger Hüpfer mehr"

An Interessentinnen für die erotische Essenswerbung mangele es ihm nicht. Dass das Burger-Verspeisen in den Spots so lustvoll wie Sex arrangiert werde, schreckt offenbar kaum jemand ab. "Wir werden von vielen Schauspieleinnen angesprochen. Mit den meisten machen wir gar keinen Spot, weil sie nicht zur Marke passen."

Kim Kardashian musste bei den 1000-Kilokalorien-Burgern passen und benügte sich mit einem Salat.

Kim Kardashian musste bei den 1000-Kilokalorien-Burgern passen und benügte sich mit einem Salat.

Nicht nur Schönheit ist wichtig um ein Carl Jr.-Model zu werden, sondern auch wahre Fleischeslust. "Man muss unsere Burger so vor der Kamera verschlingen können, als sei es das Größte auf der Welt. Wir wollen niemand, der hinterher sagt: 'Ach, eigentlich mag ich keine Burger.'" Meist ist das kein Problem, nur Reality-Queen Kim Kardashian bereitete Carls Jr. Kummer. "Kim bekam den Burger nicht runter. Zum Glück wollten wir auch einen Salat promoten. Dafür konnten wir Kim gut gebrauchen. Aber ohne den Salat hätte es keinen Spot gegeben. Das sah einfach nicht gut aus, so wie sie den Burger aß. Kim ist einfach zu zart für unsere Burger. Sie ist wirklich sehr klein."

Natürlich hagelt es stets Beschwerden wegen der sexistischen Werbung. Andy Puzder nimmt den Ärger sportlich. Carls Jr. wolle nicht jedem gefallen, sagte er zu CNN. Sein Kunde sei ein einfacher Typ, 18 bis 34 Jahre alt, der einen großen, geilen Burger essen wolle. "Wenn ich bei einem neuem Spot keine Beschwerde-Mails bekomme, stürme ich zum Marketing rüber, und will wissen: 'Was funktioniert mit unserem Spot nicht?'"

Gernot Kramper