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Tarifreform: Die Rückkehr der Bahncard 50

Für Millionen Zugreisende in Deutschland gelten ab sofort neue Preise. Nach monatelanger Kritik an ihrem neuen Tarifsystem bietet die Deutsche Bahn wieder die alte Bahncard mit 50 Prozent Ermäßigung an.

Für Millionen Zugreisende in Deutschland gelten vom heutigen Freitag an neue Preise. Nach monatelanger Kritik an ihrem erst im Dezember eingeführten Tarifsystem bietet die Deutsche Bahn wieder eine Bahncard mit der alten Ermäßigung von 50 Prozent an. Die Rabatte für Frühbucher werden deutlich vereinfacht. An den großen Bahnhöfen wird mit großem Andrang gerechnet. Zusätzliche Berater sollen zur Verstärkung in Einsatz sein. Mit den Änderungen will der bundeseigene Verkehrskonzern Kunden zurückgewinnen.

Freuen Sie sich über die alte Bahncard?

Großer Ansturm erwartet

Personenverkehrsvorstand Karl-Friedrich Rausch bat die Reisenden um Verständnis für mögliche längere Wartezeiten in den ersten Tagen. Neben 500 zusätzlichen Servicekräften sollen 150 Auszubildende beim Ticketkauf am Automaten helfen. In Reisezentren sollen 60 Extra- Schalter für Verkauf und Umtausch von Bahncards öffnen. In knapp vier Wochen Vorbereitungszeit wurden 24 000 Beschäftigte der Bahn und 20 000 Reisebüromitarbeiter für die neuen Tarife geschult.

Deutlich teurer

Die wieder eingeführte Bahncard mit 50-Prozent-Rabatt ist mit 200 Euro für die zweite Klasse zwar deutlich teurer, dafür können bis zu vier Mitfahrer zum halben Preis mitgenommen werden. Künftig sind Sparpreise für Frühbucher und Bahncard-Rabatte nicht mehr miteinander kombinierbar. Nur noch bis zum 30. September 2004 soll die weiter gültige "Bahncard 25" mit den künftigen Sparpreisen für Frühbucher verknüpft werden können. Hierfür gibt es fortan nur noch zwei Stufen mit 25 oder 50 Prozent Ersparnis. Tickets müssen dafür einheitlich spätestens drei Tage vor der Fahrt gekauft werden.

Vorerst keine anderen Aktionspreise

Wegen der Einführung der neuen Preise will die Bahn vorerst keine anderen Aktionspreise starten. "Wir müssen einen Schritt nach dem anderen gehen", sagte Bahnsprecher Gunnar Meyer dem "Tagesspiegel" (Freitag). Grundsätzlich bleibe es aber dabei, auf einzelnen Strecken zeitlich begrenzt besondere Aktionspreise anbieten zu wollen. Die Bahn hat beispielsweise bereits innerdeutsche Städtekurzreisen zu Billigtarifen angeboten.