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Tarifstreit: Lokführer wollen Donnerstag streiken

Die Lokführergewerkschaft GDL hat auch das fünfte Angebot der Bahn abgelehnt und zu neuen Streiks aufgerufen. Der Ausstand soll wieder den bundesweiten Regional- und S-Bahn-Verkehr betreffen.

Die Gewerkschaft der Lokführer GDL will ihren Druck auf die Bahn verstärken und hat über Donnerstag hinaus mit weiteren Streiks gedroht. Sollte die Bahn nicht einlenken und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, werde die GDL am Freitag sowie auch von Montag bis Mittwoch kommender Woche den Regionalverkehr und die S-Bahnen bundesweit lahm legen, sagte Gewerkschaftsvize Claus Weselsky am Mittwoch in Frankfurt.

Erster Streiktag: Donnerstag

Weselsky kündigte in Frankfurt am Main für den Donnerstag für die Zeit von 2.00 Uhr nachts bis 11.00 Uhr bundesweite Streiks im Nahverkehr an. Die Bahnkunden würden von der GDL jeweils rechtzeitig vorher informiert. Die GDL hat am Mittwoch Tarifangebot der Deutschen Bahn AG zurückgewiesen.

"Die Bahn hat es aber in der Hand, die Streiks sofort zu beenden", betonte Weselsky. Der Arbeitgeber sei weiter nicht bereit, mit der GDL einen eigenständigen Tarifvertrag abzuschließen. Die GDL habe die 250-seitige Langfassung der Deutschen Bahn intensiv geprüft. "Wir haben dabei keine substanziellen Verbesserungen im Vergleich zu den vorherigen Angeboten finden können."

Bahn-Angebot sei ein "Offenbarungseid"

Das Angebot sei "alter, aber in diesem Fall schlechter Wein in neuen Schläuchen" und ein "Offenbarungseid der Bahn AG". Entgegen dem Moderationsergebnis solle die GDL keinen eigenen Tarifvertrag bekommen. 2Noch viel schlimmer: Die Bahn will uns mit diesem Tarifvertrag Fesseln anlegen", erklärte Weselsky. Die GDL könne mit diesem Tarifvertrag künftig keinerlei Forderungen zum Entgelt und zur Arbeitszeit erheben, ohne sie vorher von der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA genehmigt zu bekommen. Im Ergebnis solle die GDL eliminiert werden.

Auf die Frage, ob er befürchte, bei den Bahnkunden weiter an Sympathie zu verlieren, sagte Weselsky: "Weite Teile der Bevölkerung und auch der Bahnkunden bringen ein hohes Verständnis für die Arbeitskampfmaßnahmen auf." Es gebe viele Sympathiebekundungen aus der Bevölkerung. Die GDL hoffe weiter, ihre Streikmaßnahmen auf den Fern- und Güterverkehr ausweiten zu können.

DPA/AP / AP / DPA