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Telekom-Affäre: Zumwinkel und Ricke sollen eine Million zahlen

Unerfreuliche Post für Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke: Die beiden ehemaligen Telekom-Topmanager werden in einem Anwaltsschreiben aufgefordert, wegen der Spitzelaffäre je eine Million Euro Schadensersatz an ihren früheren Arbeitgeber zu überweisen.

In der Telekom-Spitzelaffäre fordert der Bonner Konzern nach einem Medienbericht von ihren ehemaligen Top-Managern Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel jeweils knapp eine Million Euro Schadensersatz. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) ohne Angabe von Quellen berichtet, hat eine Kölner Anwaltskanzlei entsprechende Schreiben an den früheren Vorstandsvorsitzenden Ricke und den ehemaligen Aufsichtsratschef Zumwinkel verschickt.

Danach würden die beiden früheren Manager aufgefordert, jeweils 994 050,53 Euro Schadensersatz im Rahmen des Bespitzelungsskandals zu leisten. Die Kanzlei hatte im Auftrag des Vorstands und des Aufsichtsrates wochenlang die Ansprüche geprüft und jetzt den Managern die Forderungen präsentiert, wie die SZ berichtet.

Im Rahmen der Affäre wurden Mitarbeiter, Aufsichtsräte, Gewerkschafter und Journalisten ausgespäht. Ricke und Zumwinkel wird vorgeworfen, die Bespitzelung von Telekom-Mitarbeitern in Auftrag gegeben zu haben. Die Forderungen könnten sich nach SZ-Informationen sogar noch erhöhen, da die Telekom den bespitzelten Mitarbeitern zugesagt habe, ihre Anwaltskosten zu übernehmen.

Die Telekom hatte in den Jahren 2005 und 2006 durch das Ausspähen von Verbindungsdaten herausbekommen wollen, wie Firmen-Interna an Journalisten gelangen konnten. Das Unternehmen selbst hatte im Mai 2008 Anzeige erstattet und betreffende Unterlagen der Staatsanwaltschaft übergeben. Insgesamt sollen etwa 60 Personen bespitzelt worden sein. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt seit fast einem Jahr auch gegen Zumwinkel.

DPA / DPA