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TELEKOM: Ricke baut Vorstand radikal um

Der neue Vorstandschef der Deutschen Telekom AG, Kai-Uwe Ricke, will laut »Financial Times Deutschland« den Vorstand radikal umbauen: Vizechef Gerd Tenzer soll demnach gehen, Finanzchef Karl-Gerhard Eick zusätzlich dessen Posten übernehmen.

Der neue Vorstandschef der Deutschen Telekom AG, Kai-Uwe Ricke, baut einem Zeitungsbericht zufolge den Vorstand radikal um. Vizechef Gerd Tenzer soll demnach gehen, Finanzchef Karl-Gerhard Eick soll zusätzlich dessen Posten übernehmen. Ein Telekom-Sprecher sagte dazu, es gebe noch keine Beschlüsse.

Die »Financial Times Deutschland« berichtete am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise, Eick solle künftig auch die Funktion des stellvertretenden Konzernchefs ausüben. Der Chef der Festnetzsparte T-Com, Josef Brauner, solle zusätzlich als Chief Operating Officer (COO) das Tagesgeschäft leiten. In den Vorstand von künftig noch sieben Mitgliedern sollen die Chefs der drei anderen Sparten aufrücken.

»Spekulationen«

Ein Telekom-Sprecher wollte sich zu den Einzelheiten des Berichts nicht äußern. Es gebe eine Beschlüsse. »Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen«, sagte der Sprecher. Als Beispiel für eine weitere Spekulation verwies er auf einen Magazinbericht, wonach unter anderem der Chef der US-Mobilfunktochter, John Stanton, in den Vorstand aufrücken solle.

Die Spekulationen um einen Umbau und eine Verkleinerung der Führungsriege der Telekom verstärken sich seit der Übernahme des Vorstandsvorsitz durch Mobilfunk-Chef Ricke am 14. November. Unternehmensnahen Kreisen zufolge ist es ausgeschlossen, dass Ricke eine Doppelrolle als Vorstands- und Mobilfunkchef spielt. Daher wird sich voraussichtlich ein Personalkarussell in Gang setzen. Den Kreisen zufolge ist der Europa-Chef der Mobilfunkholding, Rene Obermann, klarer Favorit für die Nachfolge von Ricke an der der Spitze der Mobilfunksparte.

Ricke hatte bei seiner Ernennung angekündigt, den vier vorhandenen Geschäftsfeldern Mobilfunk, Festnetz, Systemhaus und Internet mehr Verantwortung geben zu wollen. Zudem wolle er die Dachgesellschaft »radikal verschlanken«, hatte der 41-jährige angekündigt. Seitdem gelten mehreren Medienberichten zufolge die drei Vorstände das Unternehmen als Ablösekandidaten:

Strategievorstand Max Hirschberger und Jeffrey Hedberg, Vorstand für Internationales, sowie Telekom-Vize und Festnetz-Chef Tenzer. Im Gegenzug könnten den Berichten zufolge der Chef der Systemhaussparte T-Systems, Christian Hufnagl, und Thomas Holtrop, Chef der Internetsparte T-Online, in das Führungsgremium aufrücken.

Schwere Aufgaben für Ricke

Die »Financial Times Deutschland« nennt als einen Grund für den Vorstandsumbau die Ablösung des bisherigen »Zwei-Klassen-Vorstands« aus Holding- und untergeordneten Spartenchefs. Im bisherigen Gremium sei die Arbeit zum Teil doppelt gemacht worden. »Die Führung wird wieder auf das Geschäft ausgerichtet und die Holding gestrafft«, zitierte die Zeitung ein Aufsichtsratsmitglied.

Ricke hat die Führung der Telekom in schwierigen Zeiten übernommen. Er muss die hohe Verschuldung reduzieren, den Kurs der einst als Volksaktien gefeierten Telekom-Papiere aus ihrem Dauertief holen und bei Mobilfunk und Systemgeschäft für weiteres Wachstum sorgen.