TELEKOMMUNIKATION AT&T und Bell South in Fusionsgesprächen


Angestrebt wird nach dem Wunsch von AT&T-Chef Armstrong eine »Fusion unter Gleichen«. BellSouth-Chef Ackermann ist interessiert. Über den Verhandlungswert ist nicht bekannt.

Nach Informationen des Online-Dienstes des amerikanischen Wirtschaftsmagazins »Business Week« hat Mike Armstrong, der Chef des amerikanischen Telefonkonzerns AT&T, eine »Fusion Gleicher« mit der US-Telefongesellschaft BellSouth vorgeschlagen. AT&T würde zunächst seine Kabelfernsehsparte verselbstständigen und dann sein Telekom-Geschäft mit BellSouth fusionieren.

Transaktionswert unbekannt

Armstrong will die Transaktion bis Ende Oktober unter Dach und Fach bringen. BellSouth-Chef Duane Ackerman ist interessiert, falls der Preis stimmt. Der Wert der Transaktion und wer das Managment übernehmen soll, hängt in der Luft. Die Gespräche, die unter dem Code-Namen »Brazil« laufen, können jederzeit platzen oder ein anderer Interessent taucht auf. Die Firmen nahmen keine Stellung.

Doch keine Fusion Gleicher?

AT&T hätte nach der Ausgliederung der Kabelfernsehsparte einen Marktwert von 30 bis 40 Milliarden Dollar (85,6 Mrd DM/43,7,Mrd Euro) während der Wert von BellSouth bei insgesamt 79 Milliarden Dollar liegt. Dies macht eine »Fusion Gleicher« schwierig, wie sie Armstrong anstrebt. AT&T hatte seine Mobilfunksparte bereits früher in diesem Jahr verselbstständigt. Die Kabelfernsehfirma Comcast hat 35 Milliarden Dollar für die AT&T-Kabelfernsehsparte geboten. Armstrong sucht jedoch auch nach anderen Offerten, so beispielsweise von AOL Time Warner.

Die American Telephone & Telegraph, die ehemalige amerikanische Telefonmonopol-Gesellschaft, war 1984 auf Gerichtsanweisung aufgespalten worden. Die AT&T übernahm damals das Ferngesprächsgeschäft, während mehrere große regionale Nachfolgeunternehmen das Orts- und Regionalgeschäft zugewiesen bekamen. BellSouth ist eine von wenigen regionalen Telefonriesen, die nach einer Fusionswelle im Telekombereich noch übrig geblieben sind.


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