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Neuer Mobilfunkstandard "Der Handel der Nation wird zum Erliegen kommen": US-Airlines warnen vor 5G-Start am Mittwoch

Passagierflugzeuge von Delta Airlines auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen  in New York
Passagierflugzeuge von Delta Airlines auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen in New York: US-Fluggesellschaften fürchten, der neue 5G-Dienst könne eine beträchtliche Anzahl von Großraumflugzeugen am Boden halten.
© Yuki Iwamura / AFP
In den USA soll am Mittwoch das Netzwerk mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G in Betrieb genommen werden. Die Chefs der US-Fluggesellschaften fürchten, das könne eine "katastrophale" Luftverkehrskrise auslösen.

Die Chefs der größten US-Fluggesellschaften haben vor dem Einsatz der 5G-Technologie in der Nähe von Flughäfen gewarnt. In einem Brief vom Montag (Ortszeit) forderten sie ein "sofortiges Eingreifen" der Behörden, um "eine erhebliche betriebliche Störung für Passagiere, Fluggesellschaften, Lieferketten und die Lieferung wichtiger medizinischer Versorgungsgüter zu verhindern". Andernfalls drohe in weniger als 36 Stunden eine "katastrophale" Luftverkehrskrise.

Am Mittwoch soll das Netzwerk mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G in den USA landesweit in Betrieb genommen werden. Die US-Luftfahrtbranche warnt schon seit Längerem vor Gefahren für den Flugverkehr durch Interferenzen zwischen den technischen Systemen der Flugzeuge und 5G-Sendeanlagen. Dabei sorgen sich die Unternehmen vor allem um noch nicht zertifizierte Geräte in der Nähe von Flughäfen, die die Höhenmesser der Flugzeuge in kritischen Momenten stören könnten.

"An einem Tag wie gestern wären mehr als 1100 Flüge und 100.000 Passagiere von Annullierungen, Umleitungen oder Verspätungen betroffen", schrieben unter anderem die Chefs von American Airlines, Delta, United Airlines, Southwest Airlines aber auch die der Flugsparten der Logistikgiganten FedEx und UPS. "Der Handel der Nation wird zum Erliegen kommen", erklärten sie in dem Brief an den Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats des Weißen Hauses, Brian Deese, Verkehrsminister Pete Buttigieg, die Luftfahrtbehörde FAA und die Federal Communications Commission (FCC).

Airline-Chefs fordern 5G-Moratorium

"Angesichts der kurzen verbleibenden Zeit und des Ausmaßes dieses völlig vermeidbaren wirtschaftlichen Unheils" forderte die Luftfahrtbranche die US-Behörden auf, 5G nicht in der unmittelbaren Nähe von Landebahnen einzuführen. Die Unternehmen verlangten ein Moratorium, bis die Luftfahrtbehörde FAA feststellen konnte, wie der Einsatz der 5G-Technologie "sicher und ohne katastrophale Störungen eingeführt werden kann".

Diskussion um Schädlichkeit von 5G – Langzeitstudien fehlen

Die FAA hatte am Sonntag erklärt, dass sie den Betrieb bestimmter 5G-Sendeanlagen in der Nähe von "bis zu 48 der 88 Flughäfen, die unmittelbar von 5G-C-Band-Störungen betroffen" sein könnten, freigegeben habe. Zuvor hatten die Fluggesellschaften zweimal einen Aufschub der ursprünglich bereits für Anfang Dezember geplanten Inbetriebnahme des 5G-Netzes erreicht. Dabei hatte die Luftfahrtbranche auch mit Klagen gegen die Telekommunikationsanbieter AT&T und Verizon gedroht.

AT&T und Verizon waren im vergangenen Februar Frequenzen für den Aufbau des 5G-Netzes zugewiesen worden, nachdem sie sich in einer milliardenschweren öffentlichen Ausschreibung durchgesetzt hatten. Aufgrund von Bedenken über mögliche Interferenzprobleme mit Höhenmessern in Flugzeugen hatte die FAA neue Richtlinien erlassen, die die Nutzung dieser Bordgeräte in bestimmten Situationen einschränkten. Die Fluggesellschaften fürchten jedoch, dass dies zu Störungen im Flugbetrieb und damit zu hohen Folgekosten für sie selbst führen könnte.

mad AFP

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