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Königin der Lüfte: Lockheed Constellation – das einst schönste Flugzeug der Welt

Seit mehr als 75 Jahren fasziniert die "Mona Lisa der Lüfte" Luftfahrtfans in aller Welt. Doch es gibt heute nur noch wenige Exemplare. Wolfgang Borgmann hat mit seinem neuen Buch eine Liebeserklärung an die Lockheed Constellation verfasst.

KLM

Eine der ersten Versionen des viermotorigen Propellerflugzeugs, das in den 1940er Jahren auf Anregung des Milliardärs Howard Hughes bei Lockheed entstand: die Constellation. Im Bild eine Maschine von KLM mit der Typenbezeichnung L-049.

Geschwungener Rumpf, dreigeteiltes Leitwerk am Heck und ein besonders hochbeiniges Fahrwerk: Die Super Constellation gilt für viele als der eleganteste Airliner, der jemals die Werkhallen eines Flugzeugherstellers verlassen hat. Zu Recht wird die viermotorige Langstreckenmaschine auch als die "Lady of the Skies" bezeichnet.

Das Grundmodell der "Connie", wie das Flugzeug auch liebevoll bis heute genannt wird, entstand noch im Zweiten Weltkrieg bei Lockheed im kalifornischen Burbank und bot anfangs nur 40 Passagieren Platz. Aber im Lauf der Zeit wurde die Propellermaschine immer weiterentwickelt, zunächst zur Super Constellation.

Im Streckennetz von den heute nicht mehr existierenden Fluggesellschaften Trans World Airlines und Pan Am ließen die Constellations die Entfernungen zwischen den Kontinenten schrumpfen. Mit der 1952 erstmals eingeführten Tourist Class und einem Fassungsvermögen von bis zu 109 Passagieren wurden diese Flugzeuge auf den Transatlantik-Routen zur Konkurrenz zu den Ozeandampfern.

Fliegende Ikone einer Epoche

Auch bei der 1955 wiedergegründeten Lufthansa kamen die Super Constellation zum Einsatz, später auch das letzte Modell, der Starliner, den die Lufthansa Super Star nannte. Inzwischen war die Spannweite auf beachtliche 45,7 Meter angewachsen – noch breiter als der heutige Airbus A321. Selbst bei starken Gegenwinden musste zum Auftanken kein Zwischenstopp mehr in Irland oder Neufundland eingeplant werden. Ein Flug von Deutschland nach New York dauerte damals trotzdem 16 bis 17 Stunden.

Zwar verfügte die Constellations über Druckkabinen, sie flogen allerdings nur in einer Höhe von 6000 Metern und damit oft mitten durch Unwetter. Doch als viel problematischer erwiesen sich die vier Curtiss-Wright-18-Zylinder-Doppelstern-Motoren. Wegen deren Störanfälligkeit wurde die Super Connie auch als die "beste Dreimot der Welt" bezeichnet.

Ende einer Ära

Doch mit dem Aufkommen der vierstrahligen Jets vom Typ Boeing 707, der Douglas DC 8 und Convair 880 war das Ende der Kolbenmotorflugzeuge eingeläutet. 1958 wurde die Produktion nach fast 900 Exemplaren der drei jüngsten Varianten eingestellt. Die letzten Connies der Lufthansa flogen nur noch innerdeutsch und wurden 1967 ausgemustert. Als Frachtflieger gab es für Dutzende Maschinen noch eine Fristverlängerung bei anderen Airlines.

Auch das weltweit einzige für Passagierflüge zugelassene Exemplar der Super Constellation Flyers Association in Basel darf seit August 2017 nicht mehr abheben. 20 Millionen Schweizer Franken werden für eine Sanierung der Tragflächen benötigt. Jedoch wurde eine der drei in Bundesstaat Maine stehenden Super Stars zu dem Mitte Mai 2019 eröffneten TWA-Hotel am JFK-Airport in New York transportiert und soll dort als Bar dienen.

Der Aerojournalist Wolfgang Borgmann erzählt in seinem neusten Buch "Lockheed Constellation – Königin der Lüfte" dieses wichtige Kapitel Luftfahrtgeschichte und lässt anhand von mehr als 100 Farbfotos, fast 80 Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Plakaten und Werbebroschüren das goldene Zeitalter des Luftverkehrs wiederaufleben.

Auf den folgenden Seiten der Fotostrecke zeigen wir einige Motive aus dem Neuerscheinung, die im Motorbuch Verlag erschienen ist.

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