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Follow Me: Junkers F13: Vor 100 Jahren hob das erste Metall-Flugzeug der Welt ab

Bisher waren Flugzeuge meist aus Holz und Stoff gefertigt. Dann entwickelte Hugo Junkers den ersten Ganzmetall-Flieger: Am 25. Juni 1919 absolvierte die F13 ihren Erstflug - und wurde ein Bestseller. Jetzt wird die Junkers wieder in Serie gebaut.

Junkers F13

Eine Junkers F13 beim Flugtag 1924 in Zittau. Mehr als 350 Exemplare wurden weltweit bis 1932 produziert.

Der F13 von Junkers revolutionierte vor 100 Jahren die Luftfahrt und begründete den zivilen Luftverkehr in Europa. Statt auf eine Holz- und Stahlrohrbauweise mit Leinwandbespannung für Rumpf und Tragflächen setzte der Pionier Hugo Junkers auf durchgehende Rohrholme, innen verstrebte Flügel und eine Wellblech-Außenhaut - alles aus dem neuen Werkstoff: dem Duraluminium.

Schon Mitte der 1920er Jahre saßen 40 Prozent aller Flugpassagiere weltweit in einer F13-Maschine. Allein fast 50 Exemplare gehörten zur Flotte der 1926 gegründeten Luft Hansa.

Wellblech als Markenzeichen

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg entstand die Idee, ein ziviles Verkehrsflugzeug zu entwickeln, bei dem die Passagiere nicht mehr im Freien, sondern wettergeschützt in einer geschlossenen Kabine sitzen. Am 25. Juni 1919 hob der von Chefkonstrukteur Otto Reuter entworfene Prototyp mit dem Werkspiloten Emil Monz zu einem sechsminütigen Jungfernflug in Dessau ab.

Junkers F13

Boarding über Stufen auf den Tragflächen: Passagiere steigen 1926 in eine Junkers F13

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Die Flugeigenschaften der F13 waren grandios. Schon im September 1919 stellte die Junkers einen von vielen Weltrekorden auf: Mit acht Personen an Bord stieg sie auf 6750 Meter. 1922 gelang mit der F13 die erste Alpenüberquerung eines Verkehrsflugzeuges.

Die Maschine ging in Serienproduktion und entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Mehr als 350 Exemplare wurden bis 1932 in den Werken Dessau, New York und Moskau in Lizenz montiert. In Polen flog die LOT mit den Junkers-Maschinen, in Südamerika wurden mit Schwimmern ausgerüstete F13 betrieben, die auf Flüssen starten und landen konnten. Selbst die US-Marine erwarb dieses Flugzeug.

Das erste ganz aus Metall gefertigte Verkehrsflugzeug der Welt

Die Wellblechflieger erwiesen sich als zuverlässig, langlebig und wartungsfreundlich. Selbst das erste Exemplar war bis 1938 bei der Luft Hansa im Einsatz. Fluggesellschaften konnten erstmals regelmäßig bestimmte Strecken fliegen; sie führten Linienflüge ein, was heute eine Selbstverständlichkeit ist. Dank der vollständigen Metallkonstruktion konnten die F13 unter extremen klimatischen Bedingungen wie in den Subtropen eingesetzt werden.

Junkers F13: Die Rückkehr einer Legende
Der restauriert  Tiefdecker im Deutschen Museum

Diese F13 wurde 1968 in Kabul in Afghanistan wiedergefunden und nach Deutschland gebracht. Seit 1984 steht sie restauriert in der luftfahrttechnischen Sammlung des Deutschen Museums in München.

Heute gibt es nur noch vier erhaltene Exemplare, die in den Technik- und Luftfahrtmuseen von München, Toulouse, Budapest und Stockholm zu sehen sind. Eine weitere Maschine, die in Kanada entdeckt wurde, wird im Deutschen Technikmuseum Berlin rekonstruiert.

Das legendäre Flugzeug hebt wieder ab

Der Nachbau der historischen Junkers F13 rollt nach seiner Landung über das Rollfeld des Flughafen Bremen

Der Nachbau der historischen Junkers F13 rollt nach seiner Landung über das Rollfeld des Flughafen Bremen

Picture Alliance

Doch dank der Initiative von unermüdlichen F13-Fans und besonders durch das Engagement des Unternehmers und Piloten Dieter Morszeck fliegt seit 2016 ein Nachbau. Zwei Jahre später erhielt diese Maschine ihre Zulassung und wird von der Junkers Flugzeugwerke AG im schweizerischen Dübendorf wieder in Handarbeit gebaut.

Angetrieben wird die Neuauflage von einem 9-Zylinder Sternmotor mit 450 PS der Firma Pratt & Whitney. Statt des ursprünglichen Schleifsporns über ein Spornrad verfügt die neue F13 aber über ein Fahrwerk mit Bremssystem. Neben den traditionellen Flugüberwachungs- und Motoreninstrumenten gehören moderne Funkgeräte, Transponder und Motorensteuerungen zur Standardausstattung des Nachbaus.

Genau 100 Jahre nach dem Erstflug wird das innovative Flugzeug nicht nur bei einem Jubiläumsflug im Himmel über Dessau und bei weiteren Fliegertreffen in Europa zu sehen sein, sondern kann auch von zahlungskräftigen Luftfahrtenthusiasten erworben werden.

Quellen: www.junkers-f13.com

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