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Follow Me: Die gigantischste Flieger-Sammlung der Welt

Blackbird, Concorde und Spaceshuttle: Die Außenstelle des National Air and Space Museums beherbergt die Raritäten der größten Flugzeugsammlung der Welt. Dafür wurde am Dulles-Airport bei Washington kein Hangar, sondern eine Kathedrale der Luftfahrt errichtet.

Blackbird, Concorde und Spaceshuttle: Die Außenstelle des National Air and Space Museums beherbergt die Raritäten der größten und wertvollsten Flugzeugsammlung. Dafür wurde am Dulles-Airport bei Washington kein Hangar, sondern eine Kathedrale der Luftfahrt errichtet.

Das Thema Fliegen fasziniert die Menschen: Mit acht Millionen Besuchern pro Jahr gehört das National Air and Space Museum (NASM) zu den meistbesuchten der 19 Häuser der Smithsonian Institution auf der von Ulmen gesäumten National Mall in Washington DC. In Sichtweite des Kapitols pilgern täglich Massen von Hauptstadt-Touristen zu Flugmaschinen, Marschflugkörpern und Mondgestein zum Anfassen.

Doch nur die wenigsten verirren sich zum Udvar-Hazy Center, der Dependance des NSAM weit draußen vor den Toren der Stadt. Die drei riesigen zusammenhängenden Hallen bilden einen regelrechten Flugzeugtempel und liegen eine knappe Autostunde weit entfernt im Bundesstaat Virginia. Über einen Rollweg sind die kirchenhohen Räume mit den Landepisten des internationalen Flughafens von Washington (Drei-Letter-Code: IAD) verbunden.

© Till Bartels

Auch ein grau-schwarzes Exemplar der Ju 52 ist in der größten Ausstellungshalle, dem Boeing Aviation Hangar, gelandet. Auf mehreren Ebenen stehen oder hängen die Maschinen unter der gewölbten Decke. Erst 2004 wurde diese Außenstelle des Museums eröffnet, dank einer Spende in Höhe von 66 Millionen US-Dollar von Steven F. Udvar-Házy. Der Mäzen war mit seiner Geschäftsidee des Flugzeug-Leasing und Gründer der Finanzierungsfirma ILFC zum Milliardär geworden.

© Till Bartels

So können Flugzeuge mit einem besonderen historischen Wert, die vorher hinter verschlossenen Hangartüren vor sich hindämmerten, der Öffentlichkeit gezeigt werden. Dazu gehört die schwarze Lockheed SR-71, ein Aufklärungsflugzeug, das von 1964 bis 1998 für die CIA im Einsatz war und bis heute mehrere Weltrekorde hält. Die gewaltigen Turbinen beschleunigten die Maschine auf die 3,3-fache Schallgeschwindigkeit.

© Till Bartels

Das fast 33 Meter lange Flugzeug gilt als das schnellste der Welt und konnte die Strecke New York - London in zwei Stunden bewältigen. Die auch "Blackbird" genannte Konstruktion aus Titan flog in 25 Kilometern Höhe. Von den 32 gebauten Maschine wurde keine abgeschossen, doch zwölf verunglückten, denn die SR-71 war extrem schwer zu fliegen. Über der "Amsel" hängt auf dem Foto ein Jagdflugzeug mit gefletschten Zähnen aus dem Zweiten Weltkrieg: eine Curtiss P-40.

© Till Bartels

Eine Seitenkapelle ist der Weltraumfahrt gewidmet. Hier dreht sich alles um die Raumfähre "Discovery", dem mit 39 Missionen am häufigsten eingesetzten Spaceshuttle (1984 bis 2011). Wer vor dem Raumgleiter steht, sieht dem Space-Dinosaurier das Alter und die 240 Millionen zurückgelegten Kilometer an. Jede der 20.000 an der Unterseite angebrachten stumpfen Hitzeschutzkacheln zeigt andere Spuren. Da wurde nichts renoviert. Bei den Löchern in der Nase handelt es sich um Steuerdüsen, bei der Öffnung unter dem Schriftzug um die Luke, durch die die Astronauten zum Weltraumspaziergang schlüpfen konnten.

© Till Bartels

In anderen Luftfahrtmuseen stehen die Concorde (rechts) - hier eine Maschine von Air France - oder die Lockheed Super Constellation unter freiem Himmel. Doch die Dimensionen dieses Hangars sind dermaßen großzügig, dass die Flieger hier bestens geschützt alt werden können. Zu beiden NASM-Standorten gehören insgesamt 60.000 Exponate und eine Sammlung von 1,75 Millionen Fotos.

© Till Bartels

Blick in den Restauration Hangar: Vierzehn Mechaniker kümmern sich kontinuierlich um gerettete Flugzeuge und machen sie ausstellungsreif, wie dieses Flugboot vom Typ Sikorsky JRS-1 aus dem Jahre 1938, das in Pearl Harbor stationiert war.

© Till Bartels

Eines der gruseligsten Ausstellungsobjekte ist ein Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg: Bei dieser silber glänzenden Boeing B-29 Superfortress handelt es sich um die "Enola Gay". Der viermotorige Langstreckenbomber der US Army Air Force warf am 6. August 1945 die Atombombe, die zynischerweise "Little Boy" hieß, über Hiroshima ab: 90.000 Menschen starben sofort, mindestens noch einmal so viele kamen an den Langzeitfolgen der Strahlung ums Leben.

© Till Bartels

Das Udvar-Hazy Center aus der Luft: Neben dem Hallen mit den Hangartoren zu den Pisten des Dulles Airport sieht man rechts das runde Imax-Kino und einen Tower, der nur für Besucher gedacht ist: Von hier aus kann man die Flugbewegungen des internationalen Flughafens von Washington beobachten. Über Lautsprecher wird dazu der Funksprechverkehr eingeblendet. Der Eintritt zum Museumskomplex ist kostenlos, die Parkplatzgebühren betragen 15 US-Dollar.

© Till Bartels

Weitere "Follow Me"-Beiträge über besondere Luftfahrtmusen in den USA finden Sie hier:

Pima Air and Space Museum in Tucson, Arizona

Museum of Flight in Seattle, Washington State

Carolinas Aviation Museum in Charlotte, North Carolina

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