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Follow Me: Flugzeuge auf der Wüsten-Schlachtbank

Im Wüstenklima Arizonas haben Hunderte von Flugzeugen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Doch nicht alle Jets werden nach Jahren restlos recycelt, einige Exemplare sind liebevoll restauriert und wahre Schmuckstücke.

Das trockene Kontinentalklima im Südwesten der USA hat nicht nur dazu geführt, dass Städte wie Phoenix und Tucson in Arizona zu den beliebtesten Rückzugsorten für Rentner in den Vereinigten Staaten avanciert sind. Auch die Luftfahrtindustrie und Air Force schätzen das sonnige und niederschlagsfreie Wetter. Denn auf den abgelegenen Flughäfen in der Sonora-Wüste können ausgemusterte Maschinen korrosionsfrei überwintern, bis der Markt für gebrauchte Passagierjets nach ihnen ruft oder die abgestellten Kampfjets und Transportflugzeuge im nächsten Krieg wieder zum Einsatz kommen.

Am Rande des Flugfeldes der Davis Monthan Air Force Base bei Tucson reihen sich auf den zehn streng bewachten Quadratkilometern der 309. Aerospace Maintenance and Regeneration Group mehr als 4000 Maschinen aneinander.

Die Lockheed C-130 Hercules gehört zu den meistgebauten Flugzeugen der Welt. Durch die tiefe Laderampe im Heck dient die Propellermaschine bis heute als Material- und Truppentransporter des Militärs.

Copyright: Till Bartels

Wo auch Ziviljets filetiert werden: Im Vordergrund liegt der Stolz der US-Luftfahrt am Boden, das Cockpit eines Jumbojets. Im Hintergrund stehen Rumpfreste einer Boeing 707. Das alte Fluggerät wird auf die Schlachtbank der Schrotthändler geführt und das Metall fein säuberlich sortiert. Eingeschmolzenes Aluminium und besonders Titan erzielen gute Rohstoffpreise.

Copyright: Till Bartels

Angriffsflugzeuge vom Typ Grumman A-6 Intruder: Einige Maschinen sind mit weißem Schutzlack gegen die Wettereinflüsse versiegelt. Die A-6 bildete von 1960 bis Mitte der neunziger Jahre das Bomber-Rückgrat der US-Navy. Vollgepackt mit Elektronik konnte sie selbst bei Nacht und schlechtem Wetter ihre Ziele finden. Insgesamt wurden 660 Exemplare gebaut.

Copyright: Till Bartels

Einst patrouillierte diese P2V Neptune von Lockheed See- und Küstengebiete: Heute rottet der zweimotorige Fernaufklärer zwischen Autowracks auf dem "boneyard" vor sich hin. Knapp 6000 Kilometer weit konnte die Neptune mit einer Tankfüllung fliegen. 1947 in Dienst gestellt wurde sie erst Ende der Siebziger von den US-Streitkräften ausgemustert.

Copyright: Till Bartels

Zu Schade für die Schrottpresse: Die Grumman HU-16 Albatross kann auf Wasser und auf Pisten landen. Zwischen 1949 und 1954 wurden von dem Amphibium knapp 500 Stück gebaut. Diese Maschine wird wieder flott gemacht, um als Feuerlöschflugzeug Waldbrände zu bekämpfen.

Copyright: Till Bartels

Direkt neben der Air Force Base zeigt das Pima Air & Space Museum Luftfahrtgeschichte zum Anfassen, vom Experimentalflugzeug über dem Bomber bis zur Präsidentenmaschine. Hier das markante dreiflossige Leitwerk einer Lockheed C-69 Constellation. Dieses Exemplar aus dem Jahre 1945 gehört zu den ältesten "Connies", die noch erhalten sind. 1971 unternahm der "Star of Switzerland", so der Name der Maschine im Dienst der Trans World Airlines, ihren letzten Flug.

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Diese ungewöhnliche Maschine transportierte bis 1991 voluminöse Luftfracht für die Nasa, so auch Teile der Saturn V-Rakete für das Apollo-Programm. Die Aero Spacelines 377-SG Super Guppy basiert auf einem doppelstöckigen Stratocruiser, der einst für den Passagiertransport der PanAm im Einsatz war.

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Nur zwei Maschinen des experimentellen und 40 Meter langen Transportflugzeugs Boeing YC-14 baute der Hersteller. Der Typ sollte 1976 die C-130 Hercules der United States Air Force ersetzen, doch unter Präsident Jimmy Carter wurde das Programm eingestellt. Die beiden Triebwerke der YC-14 sind längst demontiert worden.

Copyright: Till Bartels

Zu den 300 Objekten des Freilichtmuseums gehören mehrere Flugzeuge, mit denen US-Präsidenten reisten. Neben einer Constellation, mit der Dwight David Eisenhower unterwegs war, ist auch die VIP-Version einer Boeing 707 ausgestellt: Die Boeing VC-137B "Freedom One" diente John F. Kennedy als Flieger und noch 1998 Vizepräsident Al Gore als "Air Force Two".

Fortsetzung folgt: Dieses ist der erster Teil einer losen Folge über Luftfahrtmuseen in den USA auf den Blog-Seiten von "Follow Me".

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