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Autofriedhöfe in den USA: Rost statt Chrome: Das unglamouröse Ende der Straßenkreuzer

Sie dämmern seit Jahrzehnten vor sich hin: US-Oldtimer, die dem Verfall preisgegeben sind. Ein deutscher Fotograf hat sie in den Vereinigten Staaten aufgestöbert, am Straßenrand, auf Autofriedhöfen und in Scheunen. Wir stellen seine schönsten Fotos vor.

Dieses grüne Biotop mit einem Chrysler Imperial aus dem Jahre 1939 fand Dieter Klein im Bundesstaat Georgia - eines von seinen Motiven, die in seinem Doppelband "The Fabulous Emotion - Retired  Automobiles of North America" erschienen sind.

Dieses grüne Biotop mit einem Chrysler Imperial aus dem Jahre 1939 fand Dieter Klein im Bundesstaat Georgia - eines von seinen Motiven, die in seinem Doppelband "The Fabulous Emotion - Retired  Automobiles of North America" erschienen sind.

Weitere Fotostrecken aus dem Ressort

Sie haben ihre beste Zeit längst hinter sich: dicke Straßenkreuzer, die aus einer Zeit stammen, als die Gallone Benzin kaum etwas kostete und sich kein Autobesitzer um Verbrauchswerte kümmerte. Die teilweise tonnenschweren Fahrzeuge dienen heute nicht mehr der Fortbewegung, sie sind abgestellt und vergessen. Ihre Motoren werden nie mehr anspringen.

Ein deutscher Fotograf Dieter Klein hat Hunderte von ihnen wieder in unseren Fokus gerückt, zumindest durch seine Aufnahmen. Zwischen 2014 und 2016 hat er sich bei vier Reisen quer durch die Vereinigten Staaten auf die Suche nach besonders schönen Exemplaren gemacht und dabei insgesamt 42.000 Kilometer zurückgelegt. Fündig wurde er vor allem in der Provinz, im ländlichen Amerika. Dort stieß er auf Oldtimer zwischen den Baujahren 1908 bis 1970.

Faible für Fundstücke

Die Fotojagd nach verlassenen Automobilen begann durch einen Zufall. Sein Schlüsselerlebnis hatte Klein in Frankreich, als er die Überreste eines 80 Jahre alten Citroen-Lasters entdeckte. Das schon halb zerfallende Fahrzeug war von Efeu überwuchert: Die Natur hatte sich den ehemaligen Kleinlaster mit üppigen Grün einverleibt.

Mit diesem Motiv hatte Klein sein Thema gefunden. Er spürte ähnliche Bilder mit Automobilen im Dornröschenschlaf auf Hinterhöfen und Schrottplätzen auf. Zunächst nur in Europa. "Forest Punk", so betitelte er seine Fotoserie über die Schönheit der Zerfalls.

Mit seinen Aufnahmen dokumentiert Klein nicht einfach nur die Rostlauben. Vielmehr inszeniert er, wenn er fündig geworden ist: Er rückt die Oldtimer ins richtige Licht und wartet auf den perfekten Moment, wenn gerade die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist und fotografiert so im Tagesrestlicht, um die geheimnisvolle Stimmung noch zu verstärken.

Bald war es nur noch eine Frage der Zeit, dass er sich auch in das Mutterland der automobilen Mobilität aufmachte - in die Vereinigten Staaten. Als er von einer Versteigerung in einem Ort in Oklahoma Wind bekam, wo die Fahrzeuge eines Schrottplatzes unter den Hammer kommen sollten, flog er rüber.

So begann sein Projekt "The Fabulous Emotion - Grand Tour: Retired Automobiles of North America" mit Bildern, die er inzwischen in zwei opulenten Bildbänden veröffentlicht hat. Da stehen Buicks, Cadillacs, Oldsmobiles, DeSotos und Studebakers in der weiten Landschaft, darunter viele Automarken, die längst vom Markt verschwunden sind und die heute kaum noch einer in Europa kennt.

An Kleins Fotographie fasziniert der Schwebezustand, den er festgehalten hat: Es sind Bilder, in den sich die tote Technik und eine lebendige Natur die Waage halten.

+++ Lesen Sie auch: "Letzte Ruhestätte in Arizona - Flugzeuge auf der Wüsten-Schlachtbank" +++


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.