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Anschlag Nashville-Explosion - Verdächtiger fürchtete 5G-Strahlen und schenkte seine Häuser einer 29-Jährigen

Ermittler des FBI und des ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives) untersuchen ein Haus in Nashville.
Ermittler des FBI und des ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives) untersuchen ein Haus in Nashville.
© Mark Humphrey / DPA
Vermutlich hat sich der Attentäter von Nashville in die Luft gesprengt. Er soll von 5G-Verschwörungstheorien besessen gewesen sein und hat vor seinem Tod seinen Immobilienbesitz übertragen.

Der Hauptverdächtige der Explosion in Nashville hat seinen Tod offenbar geplant. Wochen vor der Explosion schenkte er einer jungen Mutter Häuser im Wert von fast 400.000 Euro. Die Begünstigte Michelle S. lebt in Los Angeles. Sie sagt, dass sie nicht wusste, dass Anthony W., 63, ihr die Immobilien überschrieben hatte.

"Im Bundesstaat Tennessee kann man Eigentum an jemand anderen übertragen, ohne dessen Zustimmung oder Unterschrift oder sonst etwas", sagte S. der britischen Zeitung "Daily Mail". "Ich habe das Haus nicht gekauft, er hat es mir einfach ohne mein Wissen überschrieben. Also ist das alles sehr seltsam für mich, das ist so ziemlich alles, was ich sagen kann." Das ist allerdings die zweite Schenkung. Schon zuvor hatte Warner ihr ein anderes Haus abgegeben. Doch zu ihrer Beziehung zu dem Verdächtigen wollte S. der Zeitung nichts sagen. Sie bestätigte, dass das FBI sie bereits kontaktiert habe.

Menschliches Gewebe im Wohnmobil

Die Explosion am Weihnachtsmorgen wird inzwischen als Selbstmordattentat betrachtet, da menschliche Überreste am Tatort gefunden wurden. Außerdem sagten Beamte, dass sie nicht nach einem Verdächtigen suchen. Daher ist anzunehmen, dass der Täter bei der Explosion im Wohnmobil war. Anthony W. wurde offiziell noch nicht als Täter identifiziert. Doch laut "Newsweek" wollen die Behörden Abstriche von seiner Mutter machen, um festzustellen, ob die DNA mit den Überresten übereinstimmt, die am Tatort gefunden wurden.

Der Standort vor der Niederlassung von AT&T ist kein Zufall. Das FBI soll Tipps erhalten haben, dass W. von Verschwörungstheorien um die 5G-Mobilfunktechnik besessen war. Er glaubte, dass die Amerikaner mit 5G ausspioniert werden sollten. Dabei hat W. als IT-Spezialist gearbeitet. Der Immobilienmakler Steve Fridrich sagte im lokalen TV, dass W. für ihn jahrelang IT-Arbeiten erledigt habe. Fridrich ist dabei nie etwas Besonderes an W. aufgefallen. "Netter Kerl. Er war ein so ein Technik-Typ - das ist nicht negativ gemeint. Er machte seien Arbeit und ging wieder. Er hat niemanden belästigt. Er hat sein Ding gemacht und ist gegangen," so Fridrich.

Kauziger Nachbar 

Polizeibeamte durchsuchten ein Haus in einem Vorort im Südosten der Stadt. FBI-Ermittler Douglas Korneski äußerte sich bei einer Pressekonferenz "ziemlich zuversichtlich", dass die Behörden die Hintergründe des Vorfalls und den Schuldigen finden werden: "Wir brauchen einfach nur Zeit." Von seinen Nachbarn wurde W. als zurückgezogener "Kauz" beschrieben. Tony Rodriguez wohnt in der zweiten Hälfte des Doppelhauses, und sagte zur "Washington Post", dass er nie mit ihm gesprochen habe. Er behauptete, dass W. "No Trespassing"-Schilder rund um das Haus und das Wohnmobil aufgestellt habe, und oft dabei gesehen wurde, wie er an einer Antenne über dem Haus herumgebastelt habe. Bei der Durchsuchung von W's Haus soll die Polizei einen Rechner sichergestellt haben. Bürgermeister John Cooper sprach von einem "katastrophalen Schaden". Etwa 41 Geschäfte seien beschädigt worden, sagte er. "Der Angriff zielte darauf ab, in dieser Zeit es Friedens und der Hoffnung Chaos und Angst zu verbreiten".

kra

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