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TELEKOMMUNIKATION: Preissprung beim Telefonieren

Zum Monatsanfang stehen etliche Änderungen ins Haus, nicht immer zum Vorteil des Konsumenten: so wird die Technikberatung bei T-Online kostenpflichtig.

Die bisher kostenlose Telefonberatung des Internet-Dienstleisters T-Online wird die Kunden künftig 24 Pfennig pro Minute kosten, den genau zum 1. Juli werden die Gratis-Service-Nummern mit der Vorwahl 0800 abgeschafft. Stattdessen kostet die Beantwortung technischer Fragen bei T-Online - wie zur Installation der Software - dann 24 Pfennige pro Minute und läuft über eine 0180er-Nummer. Die so eingesparten Kosten sollen eingesetzt werden, um die Qualität der Beratung zu verbessern. Über T-Online gehen rund sieben Millionen Deutsche ins Internet.

Infos über andere Anbieter noch teurer

Telefonanfragen zu T-Online in Kombination mit anderen Programmen wie den Internet-Browsern Netscape oder Microsoft Explorer Nerven Sie die schleichenden Preiserhöhungen? Posten Sie Ihre Meinung im Wirtschaftsforum... werden noch teurer: Kunden mit solchen Fragen werden dem Unternehmen zufolge ab 1. Juli an das so genannte Service Center Technik Plus weitergeleitet, deren 0190-er Nummer 1,21 Mark pro Minute kostet. Lediglich die Anmeldung neuer T-Online-Kunden ist unter einer 0800-er Nummer weiterhin kostenlos.

Einnahmen gehen an die Telekom

»Wir wollen uns durch den neuen kostenpflichtigen Service nicht bereichern«, sagte T-Online-Sprecherin Nielsen. Schließlich würden die künftig eingenommenen Gebühren an den Anbieter der 0180er- und 0190er-Nummern weitergeleitet. Dieser Anbieter ist die T-Online-Konzernmutter Deutsche Telekom. Bisher hatte T-Online die Gebühren für die Technik-Beratung am Telefon getragen. Wie groß die Einsparungen durch die Umstellung sind, sagte Nielsen nicht. Auch zur Zahl der Anrufe machte sie keine Angaben.

Dafür bessere Mitarbeiterschulung

Das Anrufvolumen sank in der Vergangenheit. Als Grund nannte die Sprecherin, dass die weiterentwickelten T-Online-Produkte für die Nutzer immer leichter verständlich geworden sind. Dafür werden die jetzt noch eingehenden Fragen immer komplexer. Diese sollten nun durch Schulungen der Mitarbeiter noch besser beantwortet werden. T-Online beschäftige zusätzlich zu den rund Tausend eigenen Telefonberater noch externe Call-Center.

Auch mit Arcor Call by Call für 4,3 Pfennig

Preisangleichung bei den mobilen Anbietern: Telefonieren bei Arcor über Call by Call kostet mit 01070 jetzt ebenso viel, wie bei der Konkurrenz. Zum Feierabend (ab 18 Uhr) und am gesamten Wochenende kosten Gespräche nur 4,3 Pfennig pro Minute. Insgesamt vereinfacht sich die Preisstruktur weiter. Künftig gibt es nur noch zwei Tarifzeiten - die Freizeit nach 18 Uhr, am gesamten Wochenende, bei bundeseinheitlichen Feiertagen und andererseits die Hauptzeit werktags von 7 bis 18 Uhr. Bereits nach 18 Uhr und am ganzen Wochenende, wenn die meisten Leute telefonieren, gilt der günstige Minutenpreis von 4,3 Pfennig, in der übrigen Zeit 18 Pfennig. In der werktäglichen Hauptzeit ist das telefonieren aber weiterhin sehr teuer.

o.telo. erhöht ebenfalls Telefonpreise

Auch die Telefongesellschaft o.tel.o wird zum 1. Juli ihre Telefontarife vereinfachen und zum Teil drastisch erhöhen. Bei den Call-by-Call-Gesprächen klettert der Minutenpreis in der Geschäftszeit (von 7-18 Uhr) um drei Pfennig auf 18 Pfennig (plus 20 Prozent), kündigte das zur britischen Vodafone-Gruppe gehörende Unternehmen an. Ebenso wie Arcor wird es auch bei o.telo nur noch zwei Zeitzonen mit einem Tarif geben. In der Freizeit (18-7 Uhr) bleiben die Preise mit 4,3 Pfennig (vorher: zwischen 3,9 und 4,4 Pfennig) pro Minute praktisch unverändert. Damit gehört o.tel.o neben Arcor und der Deutschen Telekom in der Hauptzeit zu den teuersten Anbietern.

Mit der Anpassung der Telefonpreise nach oben hat sich auf dem deutschen Telefonmarkt der Trend zu fallenden Tarifen inzwischen umgekehrt. Einige kleinere Anbieter hatten zuvor bereits für bestimmte Bereiche die Preise angehoben.