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Private Raumfahrt: Zu weit geschubst: Elon Musks Tesla auf ewiger freier Fahrt durchs All

Zweifellos, es war ein historischer Start in Cape Canaveral. Elon Musk hat mit der "Falcon Heavy"-Rakete neue Maßstäbe gesetzt. Sein roter Tesla Roadster allerdings geriet auf Abwege.

Reaktionen auf Tesla-Auto im All: "Hätte Musk nicht erst Steckdosen hinschießen sollen?"

"Can you hear me, Major Tom?", möchte man mit David Bowie rufen? Der "Starman", jene Puppe, die unter den Klängen von Bowie-Musik am Steuer des roten Tesla Roadsters von Elon Musk ins All entlassen wurde, wird genau wie der Major aus dem Rock-Klassiker der späten 1960er-Jahre nicht antworten. Der Attrappen-Astronaut und das erste Auto im All sind auf Abwege geraten, nachdem sie mit der "Falcon Heavy", der derzeit leistungsstärksten Trägerrakete der Firma SpaceX, in den Weltraum geschossen wurden. Sechs Stunden durfte der "Starman" mit dem Tesla nach guter irdischer Sitte um die Erde cruisen, dann bekam er plangemäß einen weiteren Anstoß, mit dem der rote Wagen in Richtung des roten Planeten gelenkt werden sollte. Doch der Schubs geriet wohl etwas zu stark.

Mit dem autonomen Fahren ist es halt so eine Sache - und im Weltraum ist das noch schwieriger. Der letzte Schub trug den Tesla weiter ins Sonnensystem hinaus als ursprünglich geplant, berichten amerikanische Medien. Eigentlich sollte er die Sonne künftig in einem Orbit umrunden, der ihn immer wieder in die Nähe des Mars bringen sollte - schließlich gilt unser Nachbarplanet als das große nächste Ziel der Raumfahrer. Doch nun schoss der Wagen am Mars vorbei Richtung Asteroidengürtel, wie Musk selbst twitterte. Allzu traurig war der Tesla- und SpaceX-Chef darüber aber nicht. Die Chance, dass der Wagen auf den Mars trifft, sei sowieso minimal gewesen, wird Musk zitiert. Der PR-Coup ist ohnehin gelungen.


Tesla auf Trudelkurs durchs Sonnensystem

Welchen Weg der Tesla nun nehmen wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Mit etwas Glück könnte er für Jahrtausende um die Sonne trudeln, den Gravitationskräften der Planeten und der anderen Himmelskörper ausgesetzt, die so auch seinen Weg bestimmen. Er könnte aber auch schon in den kommenden Tagen mit einem der mehr als 650.000 kosmischen Brocken im Asteroidengürtel kollidieren, die zwischen Mars und Jupiter kreisen. Das wäre es dann gewesen. Befürchtungen, das Auto könnte einen großen Asteroiden auf einen fatalen Kurs Richtung Erde bringen, gelten als Unsinn, der Tesla ist dafür viel zu leicht. Der Wagen könnte auch von einem Himmelskörper in eine Umlaufbahn gezwungen werden oder irgendwann in die Sonne stürzen und verglühen.


So gesehen ist der Tesla nichts anderes als ein weiteres Stück Weltraumschrott - als ob es davon nicht schon mehr als genug gäbe. Astro-Nerds sehen in dem Wagen zudem ein lohnendes Beobachtungsobjekt. "Elon, wie ist die Neigung des Roadster-Orbits zur Ekliptik?", fragte ein Astronom via Twitter den Tesla-Chef. Unter der Ekliptik versteht man die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel, die Sternenguckern als Orientierungshilfe dient. Tatsächlich übermittelte Musk Daten, die sich zunächst jedoch nicht bestätigten ließen. Auf jeden Fall ist Musks Wagen nun nicht mehr kontrollierbar, er trudelt durchs Sonnensystem. Genau wie Major Tom im Song "Space Oddity". David Bowie würde das sicher gefallen.

dho