Tourismus TUI macht Ferien billiger


Der größte deutsche Reisekonzern will plant für die Wintersaison eine generellen Preissenkung von durchschnittlich 11,5 Prozent. Zusätzlich soll es deftige Frühbucherrabatte geben. Ramschangebote sind dagegen passé.

Urlaub mit TUI soll billiger werden: Der größte deutsche Reisekonzern kündigte generelle Preissenkungen von durchschnittlich 11,5 Prozent zur Wintersaison an. Zudem könnten Kunden noch einmal bis zu 25 Prozent sparen, wenn sie frühzeitig buchten. TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher will so den Trend zu immer späteren Urlaubsbuchungen stoppen. Gleichzeitung kündigte er an, dass es bei TUI deutlich weniger Schnäppchen geben werde. Der deutsche Urlauber müsse verstehen, "dass man auf Dauer kein Qualitätsprodukt zum Schnäppchenpreis erwerben kann", sagte Böttcher am Montag in Hannover.

Veränderte Angebotspolitik

Böttcher stellte zur Präsentation des Winterprogrammes 2003/2004 die grundsätzlich geänderte Angebotspolitik vor: Bisher haben TUI und die anderen Anbieter ihre Reisen kurz vor Abflugtermin billig verkauft, um überhaupt noch Geld zu bekommen. TUI will nun bis zum Abflugdatum den Preis hoch halten. Damit sollen die Kunden wieder zum frühen Buchen erzogen werden, was die Saison für die Anbieter viel berechenbarer macht.

Deutliche Verbilligung

Zunächst senkt TUI laut Böttcher aber die Preise auf breiter Front: Der durchschnittliche Rückgang um 11,5 Prozent sei durch günstigeren Einkauf bei den Hotels und bessere Wechselkurse gelungen. So würden Reisen in die USA 20 Prozent billiger, nach Mexiko um 25 Prozent und die Dominikanische Republik um 16 Prozent. Auch das Mittelmeer als Reiseziel wird günstiger: TUI-Reisen nach Mallorca fallen um 10 Prozent, Ägypten um 16 Prozent. Teurer wird nur Österreich mit 1,4 Prozent und Südafrika mit 18 Prozent.

Andere dürften folgen

Als zweiten Schritt bietet TUI Frühbucherrabatte von bis zu 25 Prozent. "In der Spitze können unsere Gäste bis zu 336 Euro pro Kopf sparen", sagte Böttcher. Im Schnitt betrage der Frühbucherrabatt 50 Euro pro Person. Sie gelten für alle Badeziele in Europa. Beide Rabattarten können kombiniert werden. Böttcher rechnet damit, dass auch andere Reiseanbieter sich ähnlich verhalten werden. "Ich bin optimistisch, dass wir uns in ein Branchenkonzert einreihen", sagte er.

Überangebote wurden verramscht

2003 war wegen der Wirtschaftsflaute, des Irak-Krieges und den Folgen der Lungenkrankheit SARS ein hartes Jahr für Reisekonzerne. Böttcher räumte ein, dass die Tourismusmanager den Einbruch des Marktes nicht vorausgesehen hatten. Deshalb habe es 2003 Überkapazitäten und in der Folge Ramschangebote gegeben. TUI gründete die Tochterfirma Discount Travel, um alle nicht-verkauften Reisen billig abgeben zu können.

Talsohle erreicht

Nach den massiven Buchungsrückgängen hat TUI laut Böttcher die Talsohle in Deutschland und auch konzernweit durchschritten. Während Anfang Mai die Buchungen für den Sommer noch 15,2 Prozent hinter dem Vorjahr lagen, seien es aktuell nur noch 7,3 Prozent. Böttcher kündigte an, dass TUI-Deutschland einen einstelligen Umsatzrückgang einfahren werde. Der Gewinn werde weniger stark fallen. 2004 erwartet er einen Umsatzanstieg von 4 bis 5 Prozent.


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