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Trennung von Time Warner: AOL will 2500 Stellen streichen

Noch beschäftigt der ehemalige Internet-Riese AOL 6900 Mitarbeiter. Doch im Rahmen der Trennung von Time Warner sollen mehr als ein Drittel der Stellen wegfallen - notfalls per Kündigung.

Der Internet-Dienst AOL will im Zuge der Trennung von Time Warner ein Drittel seiner Stellen streichen. Mit dem Wegfall der rund 2500 Arbeitsplätze sollten etwa 300 Millionen Dollar im Jahr eingespart werden, teilte AOL am Donnerstag mit.

Stellenabbau kostet 200 Millionen Euro

Sollten im derzeit laufenden Abfindungsprogramm nicht genügend Mitarbeiter freiwillig das Unternehmen verlassen, werde AOL weiteren Mitarbeitern kündigen müssen, sagte eine Firmensprecherin dem "Wall Street Journal". Konzernchef Tim Armstrong kündigte an, auf seinen Bonus in diesem Jahr verzichten zu wollen. AOL rechnet wegen des Stellenabbaus mit Kosten von 200 Millionen Dollar, von denen der Großteil vom Tag der Trennung bis in die erste Jahreshälfte 2010 anfallen werde.

Der angeschlagene Internet-Pionier soll am 10. Dezember eigenständig an die Börse gebracht werden. Time Warner hatte am Montag mit der Bekanntgabe des Termins für den Börsengang endgültig einen Schlussstrich unter einen der größten Fehlschläge der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte gezogen.

Die rasante Geschichte von AOL

Aufstieg zum Weltkonzern und tiefer Fall - wofür andere Konzerne Jahrzehnte brauchen, benötigte AOL nur rund 15 Jahre. Einst hatte das Unternehmen das World Wide Web für Millionen von Menschen definiert. In den Anfangsjahren hatten die Amerikaner ihre Einnahmen vor allem über Einwählverbindungen - Dial-ups - gemacht. 26,7 Millionen Kunden kamen 2002 so ins Internet. In Deutschland war AOL größter Konkurrent der Telekom. Der Vormarsch von Breitbandverbindungen und Flatrates ließ diese Einnahmen aber rapide schrumpfen und machte AOL zu einem inzwischen fast schon unbedeutenden Player im Internetgeschäft.

AP / AP
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