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"Schönste Urlaubserinnerung": Trumps Hotelkette fliegt Marketingkampagne auf Twitter um die Ohren

Vor fünf Jahren wollte die Hotelkette von Donald Trump auf Twitter die schönsten Urlaubserinnerungen ihrer Gäste wissen. Der verordnete Einreisestopp des US-Präsidenten führt nun zu hunderten hämischen Antworten unter dem Post.

"Erzählen Sie uns von ihrer liebsten Urlaubserinnerung - war es ein Bild, ein Souvenir, ein Sonnenuntergang? Wir würden sie sehr gerne erfahren!", postet der offizielle Twitter-Account von Trump Hotels am 11. Oktober 2011. Was sich die PR-Abteilung der Hotelkette des Milliardärs davon erhoffte, ist klar: ein paar warme Worte und ein schönes Strandfoto. Doch etwas mehr als fünf Jahre später ist aus dem Immobilienmogul von damals der Präsident der Vereinigten Staaten von heute geworden - und noch dazu ein sehr streitbarer. Da nutzen viele Twitter die PR-Aktion für ihre Form des politischen Protest.

Trumps Verfügung, Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern die Einreise in die USA zu verwehren, sorgt weltweit für Aufsehen und Kritik. Da ist es doch schön, wenn man seine Wut irgendwohin lenken kann, dachte sich die Netzgemeinde. Und so bekommt der Post von 2011 neue Aufmerksamkeit. Anstatt wohlig in Erinnerungen zu schwelgen, kommentieren die Nutzer hämisch und bissig. Sie schicken ihre ganz eigenen "Urlaubserfahrungen" an @TrumpHotels.

Iraner wartet am Flughafen von Los Angeles auf seinen Bruder

"Meine ist die Geschichte meiner Mutter, die Nazideutschland mit dem Zug nach Brüssel verließ und sich dort versteckte, bis sie sich als Flüchtling in die USA retten konnte."

"Als ich zum ersten Mal nach New York City reiste und meinen Vater fragte, ob die Trump Hotels gut sind. Er sagte, sie seien geschmacklos, furchtbar und gehörten einem Arschloch.

"Jede Reise, bei der ich am Ende das Flugzeug verlassen darf und nicht illegal wie ein Krimineller festgehalten werde, ist ziemlich gut."

"Meine ist auf Reisen im Four Seasons übernachten. Makelloser Service. Trump Hotels sind die Motel 6 (Billighotelkellte in den USA, Anm. Red.) unter den gehobenen Hotels. Traurig!"

"Als die Leute an den Flughäfen auftauchten, um gegen den xenophoben, verfassungswidrigen #MulsimBan eures Besitzers zu demonstrieren:"

"Als ich die vielen Menschen am JFK-Flughafen sah, die den #MuslimBan nicht hinnehmen wollten. Diesen Moment werde ich nie vergessen!"

"Ich habe die Gastfreundschaft bei Airbnb sehr genossen; eine Erfahrung, die mir angesichts Trumps #MuslimBan noch mehr in Erinnerung bleibt." Dazu teilt sie einen Tweet von Airbnb-CEO Brian Chesky, der lautet: "Airbnb stellt Flüchtlingen und Menschen, die nicht in die USA einreisen dürfen kostenlose Unterkünfte zur Verfügung. Bleibt dran für mehr. Kontaktiert mich, wenn Ihr dringend eine Unterkunft braucht."

"Mein gewährtes Asylgesuch. Danke für die Nachfrage."

"Es war in Syrien. 2010. Ein wunderschöner Ort. Ein Land voller warmer, herzlicher Menschen, die uns überall wie Freunde empfangen haben."

"Ich erinnere mich noch an früher, als man noch um die Welt reisen konnte, ohne sich dafür zu schämen, ein US-Amerikaner der Trump-Ära zu sein."

fin