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Urteil des Verfassungsgerichts: "Eigentum verpflichtet": Tschechische Supermärkte müssen alte Lebensmittel spenden

Tschechien kämpft gegen Lebensmittelverschwendung: Supermärkte dürfen unverkaufte Lebensmittel nicht wegwerfen, sondern müssen sie an Hilfsorganisationen abgeben. 

Lebensmittel im Müll

"Eigentum verpflichtet" – daraus leitet das tschechische Verfassungsgericht das Verbot ab, Lebensmittel wegzuwerfen

DPA

Große Supermarkt-Ketten müssen in Tschechien unverkäufliche Lebensmittel kostenlos an Hilfsorganisationen abgeben. Das Verfassungsgericht in Brünn erklärte ein entsprechendes Gesetz für rechtens, wie eine Sprecherin bekanntgab.

Die Richter verwiesen auf die tschechische Grundrechte-Charta, in der es heißt, dass Eigentum verpflichtet. Die Abgabepflicht sei zudem als Teil weltweiter Bemühungen zu werten, die "schwerwiegenden Fragen der Lebensmittelverschwendung" zu lösen.

"Eigentum verpflichtet"

Gegen die Regelung hatten 25 Senatsabgeordnete geklagt. Sie sahen darin einen unzulässigen Eingriff in die Eigentumsrechte und eine Rückkehr zu kommunistischen Praktiken. Betroffen sind ausschließlich Lebensmittelgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern. Bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe bis umgerechnet 390 000 Euro. Zu den größten Supermarktketten in Tschechien gehören Kaufland, die niederländische Ahold, die britische Tesco-Gruppe sowie Lidl und Penny-Markt.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Vorsicht bei diesen Lebensmitteln, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen  ist
epp / DPA