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Chefberater empfiehlt Übernahme: Will Erdogan wirklich die Deutsche Bank kaufen?

Ein Tweet von Recep Tayyip Erdogans Chefberater lässt aufhorchen: Die Türkei solle die Mehrheitsbeteiligung an der angeschlagenen Deutschen Bank übernehmen, rät er seinem Chef öffentlich. Und der Deal soll erst der Anfang sein, um mehr wirtschaftlichen Einfluss in der EU zu bekommen.

Türkei: Will Erdogan die Deutsche Bank kaufen?

Will Erdogan die Deutsche Bank kaufen?

Man stelle sich vor: Der Name des traditionsreichen Geldhauses "Deutsche Bank" wird in "Türkische Bank" geändert, das bekannte Logo mit der diagonal aufsteigenden Linie künftig statt blau in rot eingefärbt. Undenkbar? Vielleicht. Aber zumindest im Kopf von Yigit Bulut, Chefberater des türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan, könnte sich ein derartiges Szenario bereits abgespielt haben.

Wie das "manager magazin" online berichtet, fragte Bulut seinen Chef auf Twitter direkt: "Würde es Sie nicht glücklich machen, wenn aus der Deutschen Bank die Türkische Bank würde?"

Hintergrund ist der massive Kursabrutsch der Deutschen Bank. Das Unternehmen hat seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte seines Börsenwertes verloren, ist noch knapp 15 Milliarden Euro wert. In dieser Woche war die Aktie auf ein Rekordtief gefallen, stieg zuletzt aber wieder leicht an. 

Deutsche Bank: Übernahme mit türkischem Staatsgeld?

Bulut sieht den Verfall der Aktie wohl als Chance, die Mehrheit eines wichtigen EU-Unternehmens zu übernehmen. Um den Deal zu stemmen, könne ein Staatsfonds gegründet werden. Alternativ gebe es die Möglichkeit, dass türkische Staatsbanken das deutsche Geldhaus kaufen.

Einem Bericht von ntv.de zufolge äußerte sich Bulut darüber hinaus generell interessiert an Einstiegen in der europäischen Wirtschaft: So gebe es einige gute Unternehmen innerhalb der EU, die Probleme bekommen könnten. Es sei wichtig, für diesen Fall bereit zu sein. 

Ob Erdogan den Rat seines Beraters ernsthaft in Erwägung zieht, ist jedoch eine ganz andere Frage. Zumal die Türkei momentan selbst mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Erst vor kurzem hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft.


rös