Übernahmeangebot Schering wappnet sich gegen Merck


Der Pharmakonzern Schering lehnt das Übernahmeangebot durch den Konkurrenten Merck ab. Nun dringt durch, wie Schering sich vor der feindlichen Übernahme schützen will.

Der Berliner Pharmakonzern Schering erwägt zur Abwehr der Merck-Offerte nach Angaben aus dem Umfeld seines Aufsichtsrats selbst Übernahmen. Diese Option habe der Vorstand in erster Linie im Sinn und sei dabei in der Aufsichtsratssitzung am Dienstag bestärkt worden, sagte ein mit Ablauf und Inhalten des Treffens Vertrauter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Er verwies darauf, dass Schering bereits seit Jahren auf der Suche nach Kaufgelegenheiten sei und auch mehrere Milliarden Euro dafür aufbringen könne. Diese Suche solle nun aber bis zum Mai verstärkt werden. Dann läuft voraussichtlich das Angebot von Merck über 77 Euro je Aktie aus. Der Kauf eines Unternehmens durch die Berliner könnte für Merck die Übernahme verteuern und erschweren. Schering-Vorstandschef Hubertus Erlen hatte nach der Sondersitzung des Aufsichtsrates lediglich gesagt, man prüfe alle Optionen zur Wertsteigerung von Schering und werde dabei vom Aufsichtsrat unterstützt. Schering war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Versicherung in der Schlüsselrolle

Im Umfeld des Gremiums hieß es, der Beschluss zur Ablehnung der Übernahme durch die Darmstädter sei einstimmig gefasst worden. Im Aufsichtsrat ist für die Anteilseigner auch Ex-Allianz-Vorstand Reiner Hagemann vertreten. Der Allianz als einzigem Großaktionär mit rund elf Prozent der Anteile kommt im Übernahmekampf eine Schlüsselrolle zu. Der Versicherungskonzern werde sich vermutlich am Donnerstag äußern, hieß es.

An anderer Stelle bei Schering hieß es, der Konzern sei zu Jahresbeginn weiter kräftig gewachsen. Der Umsatz sei in den Monaten Januar und Februar annähernd prozentual zweistellig gestiegen. Im gesamten ersten Quartal 2005 hatte Schering in Landeswährungen gerechnet lediglich um sechs Prozent zugelegt. Es zeige sich, dass das Effizienzprogramm "Focus" mit seiner Konzentration auf verstärktes Marketing der wichtigen Produkte Früchte trage, hieß es. Schering hat für 2006 ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich als Ziel ausgegeben.

Reuters Reuters

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